Ein Kabinett im (mit) Schatten

p395289 NEUNsight März 2017

Sollte im Herbst 2017 Angela Merkel nicht mehr Kanzlerin sein und es aufgrund nur weniger Prozentpunkte  für eine Koalition von SPD, Grünen und Linken reichen, lohnt ein Blick auf das wahrscheinliche Kabinett unter Kanzler Martin Schulz. Wir stellen Ihnen vorab die wichtigsten Minister-Kandidaten einer solchen Koalition vor.

Wie vor jeder Wahl entdeckt die SPD derzeit ihr linkes Herz und macht sich klassenkämpferische Parolen zu Eigen. Kanzlerkandidat Martin Schulz möchte Hartz IV reformieren und größere Vermögen höher besteuern. Die Linken freut dies besonders, da sie dergleichen schon seit ewigen Zeiten fordern. Ob eine Rot-Rot-Grüne Koalition zu Stande kommt, die die wirtschaftliche Stabilität der Bundesrepublik  ziemlich durcheinander wirbeln wird, ist noch offen, aber wahrscheinlich.

Bekannte und Unbekannte

Hinter Martin Schulz könnte Claudia Roth zur Außenministerin und Vizekanzlerin aufsteigen. Sollte es den Grünen gelingen, erneut in den Bundestag einzuziehen, könnten sie das Zünglein an der Waage spielen. Dann wäre eine Außenministerin Claudia Roth durchaus denkbar. Immerhin war sie bereits in den Jahren 2003 und 2004 als Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt tätig.

Betrachtet man die wirtschafts- und sozialpolitische Expertenriege der drei Parteien, so könnte die Riege der zukünftigen Minister wie folgt aussehen. Wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis90/Grüne ist derzeit der eher unbekannte Dieter Janecek. Auf seiner Webseite informiert Janecek Interessenten beispielsweise darüber, dass er Mitglied im Verein gegen betrügerisches Einschenken ist.

Kipping und  Wagenknecht

Blieben noch Posten an die Linken zu verteilen, die sich im Fall einer Rot-Rot-Grünen Koalition  nicht mit einem nachrangigen Ministerium zufriedengeben würden. Als Sozialministerin käme beispielweise Katja Kipping infrage. Deren Lieblingsthemen in der Opposition sind  Grundsicherung  und Erhöhung des Rentenniveaus.  In einer Rot-Rot-Grünen Regierung wäre vermutlich auch Sarah Wagenknecht mit von der Partie. Ihr Lieblingsthema ist  Umverteilung und sie würde als Wirtschaftsministerin vermutlich Weichen stellen, die es Unternehmern in Deutschland schwerer machen dürften.

Diesem Kabinett stünde mit Martin Schulz ein Bundeskanzler vor, der bislang nur als Bürgermeister des nordrhein-westfälischen Städtchens Würselen tatsächlich Regierungskompetenz unter Beweis stellen musste.

Hagen Bremer

Im Überblick

Eine Rot-rot-grüne Regierungskoalition scheint nach aktuellen Umfragen rechnerisch möglich. Ob eine solche Konstellation auch inhaltlich zustande kommt, bleibt abzuwarten. Die bisher vorhandene Kompetenz in Wirtschaftsfragen lässt allerdings zu wünschen übrig.
Bild: lukas555 (fotolia)