Senioren im Fokus von Cyber-Kriminellen

p395289 NEUNsight Mai 2017

Die gestiegene Nutzung des Internets in allen Altersgruppen hat dafür gesorgt, dass auch Betrüger ihre Aktivitäten ausgeweitet haben. Vor allem Senioren gehören zu den bevorzugten Zielen von kriminellen Internet-Aktivitäten. Wie lässt es sich verhindern, dass man zu einem Opfer von solchen Aktionen wird? Die NEUNsight gibt Tipps.

Statt ihre Aktionen blind zu streuen ist zuletzt festzustellen, dass besonders Senioren, die im Internet aktiv sind, in das Raster der Cyber-Kriminalität rutschen. Mit den verschiedensten Methoden versuchen die Täter ihre Opfer dazu zu bringen, vertrauliche Daten weiterzugeben oder die Computer zu kompromittieren.
Cyber-Kriminalität mit dem Fokus auf Senioren

Dass immer mehr Senioren die umfassenden Möglichkeiten des Internets für sich nutzen ist eine wünschenswerte Entwicklung. Auch sie haben angefangen nützliche Dienste wie E-Mail, Soziale Netzwerke oder das Online-Banking in ihren Alltag aufzunehmen. Allerdings haben auch die Kriminellen die Möglichkeit erkannt und verlassen sich dabei auf die mitunter starke Leichtgläubigkeit, die in dieser Altersgruppe vorhanden sind. Es werden dabei ähnliche oder gar dieselben Methoden angewendet, die auch in der realen Welt dafür bekannt sind, dass sie häufig zum Erfolg führen. Besonders falsche E-Mails, gefälschte Angebote oder Drohungen haben sich als besonders effektiv herausgestellt. So gibt es einige Fälle von gefälschten Inkasso-Unternehmen oder von vermeintlichen Mitarbeitern von großen Konzernen, an welche Daten von Kreditkarten weitergegeben worden sind. Zwar haben das Bundeskriminalamt und verschiedene andere Stellen mit Hilfe von Kampagnen für die Aufklärung versucht die Senioren vor typischen Fällen zu warnen, jedoch kommt es besonders in dieser Altersgruppe noch immer zu überproportional mehr Opfern bei Betrügereien. Es ist daher wichtig, dass die Senioren wissen, wie sie sich vor typischen Methoden schützen können und Betrugsversuche schon im Ansatz erkennen.

10 Tipps zum Schutz im Internet

Das „Portal für Senioren“ hat 10 Tipps zum Schutz im Internet – nicht nur für Senioren – veröffentlicht:

Virenschutz: Surfen Sie nur mit einem aktuellen Virenschutzprogramm. Führen Sie regelmäßige Updates für Ihr Antivirenprogramm durch oder nutzen Sie die Einstellung zum automatischen, regelmäßigen Update.

Firewall: Surfen Sie nur mit aktivierter Firewall im Internet. Die Firewall überwacht und prüft den Datenverkehr zwischen Internet und Ihrem PC. Die Firewall sperrt Webseiten und Programme, die nicht sicher sind. Eine streng eingestellte Firewall kann mitunter den Komfort beim Surfen beeinträchtigen, da viele Internetseiten gesperrt werden. Eine Lockerung der Firewall-Einstellungen sollte allerdings nur für Seiten erfolgen, die unbedingt vertrauenswürdig sind.

Betriebssystem: Schwachstellen im Betriebssystem sind ein beliebtes Angriffsziel für Viren und Würmer. Daher sollte immer die aktuellste Version des genutzten Betriebssystems verwendet werden. Regelmäßige Updates helfen, Schwachstellen zu beheben und erschweren dadurch den Angriff durch schädliche Programme.

Zugriffsrechte: Die meisten modernen Betriebssysteme ermöglichen es, mehrere Nutzer-Konten mit unterschiedlichen Zugriffsrechten zu erstellen. Surfen Sie von einem Nutzer-Konto aus, das nur über eingeschränkte Zugriffsrechte verfügt, können Sie so die wichtigsten Systemdateien schützen. Surfen Sie dagegen als Nutzer mit Administrator-Rechten, ist bei einem Angriff durch ein schädliches Programm ihr gesamtes System gefährdet.

Sicherungskopien: Speichern Sie ihre Dateien als Kopie auf externen Festplatten, DVD oder CD-ROM. So stellen Sie sicher, dass bei einem Angriff keine wichtigen Dateien verloren gehen.

E-Mails: E-Mail-Anhänge, die unbekannt sind, sollten nie geöffnet werden. E-Mails von unbekannten Absendern sollten ebenfalls grundsätzlich mit Vorsicht behandelt werden. Erscheinen diese Mails nicht vertrauenswürdig, sollten sie gelöscht werden.

Kennwörter: Speichern Sie keine Kennwörter auf Ihrem PC. Klicken Sie auf „Nein“, wenn ihr Browser fragt, ob ein Kennwort gespeichert werden soll. Geben Sie Kennwörter immer manuell ein.

Persönliche Daten: Geben Sie keine persönlichen Daten an, wenn dies nicht unbedingt erforderlich ist und die Webseite Ihnen nicht vertrauenswürdig erscheint. Schauen Sie in die AGBs und in das Impressum von Webseiten, um deren Seriosität beurteilen zu können.

Gewinnspiele: Nehmen Sie nicht an undurchsichtigen Gewinnspielen teil. Gewinnspiele nach dem Motto „Sie sind der 1.000 Besucher und haben ein Auto gewonnen“ dienen meist nur dazu, ihre E-Mail- Adresse herauszubekommen. Die Folge sind meist unzählige Spam-Mails.

Anonymität: Bleiben Sie im Internet anonym. Nutzen Sie wenn möglich unterschiedliche E-Mail-Adressen, die Ihren richtigen Namen nicht enthalten. Geben Sie keine Daten und Details zu Ihrer Person an Fremde weiter. Insbesondere in Chats und Foren bei Kontakt mit Unbekannten ist Vorsicht geboten. Bei einer Person, die Sie nur aus dem Internet kennen, können Sie nie sicher sein, ob deren Angaben der Wahrheit entsprechen und welche Absicht diese verfolgt.

Autorin: Hannelore Brecht

Bild: ACP prod (fotolia.com)

Im Überblick

Grundsätzlich ist es hilfreich, wenn Senioren von erfahrenen Nutzern begleitet werden. Zwar gibt es auch Kurse und Anleitungen, wie verschiedene Fallen entdeckt und gemieden werden können, diese Angebote werden allerdings in allen Altersgruppen noch zu wenig wahrgenommen. So ist es hilfreich, wenn man sich an einen erfahrenen Nutzer wendet. Dieser könnte zum Beispiel dafür sorgen, dass der Antivirus auf dem Rechner stets auf dem aktuellen Stand ist. Auch die Updates sind natürlich wichtig, um vor Viren, Trojanern und anderen Problemen auf Programm-Basis sicher zu sein.