Facebook und Co.: Die neue Meinungs-Macht

p395289 NEUNsight Juli 2017

Dass sich Facebook, Twitter und die anderen sozialen Netzwerke in den letzten Jahren zum ersten Anlaufpunkt für die meisten User entwickelt haben, ist bekannt. Es sind die Netzwerke, die für die neuen Verbindungen zwischen den Menschen sorgen und die Kommunikation über das Internet verbessert haben. Die NEUNsight zeigt, dass die Netzwerke selbst eine neue Meinungsmacht im Internet sind.

Neben der Suchmaschine Google haben die sozialen Netzwerke um Facebook, Twitter, Instagram und Snapchat eine große Marktmacht entwickelt, was das Generieren von Informationen angeht. Nicht nur Unternehmen veröffentlichen hier die neusten Infos aus dem eigenen Haus, sondern auch beinahe jeder Blogger oder jede Zeitung sind in irgendeiner Form in den sozialen Netzwerken aktiv. Zwar kann der Benutzer entscheiden, welchen Anbietern er aktiv folgen möchte, am Ende sind es aber vor allem die Netzwerke selbst, die einen Einfluss darauf nehmen, was die Nutzer auf ihrer Seite zu Gesicht bekommen.

Machtinstrument Algorithmus

Ein Beispiel: Inzwischen sind allerdings auch die Unternehmen zu einem wichtigen Zentrum für diese Netzwerke geworden. Zwar werden die Inhalte der meisten Unternehmen und Webseiten gleich behandelt, am Ende sind es aber die Algorithmen , die darüber entscheiden, wie prominent diese Informationen im Blick der Nutzer erscheinen. Diese Algorithmen sind, ebenso wie die Technik hinter den Suchmaschinen, gut gehütete Geheimnisse der Unternehmen.

Welche Faktoren entscheiden?

Für Außenstehende und selbst für die meisten Mitarbeiter in den Netzwerken ist nicht ersichtlich, unter welchen Faktoren das Ranking und damit die Sichtbarkeit von Beiträgen bestimmt werden. Es ist durch den Einsatz von Werbegeld möglich sich prominenter zu platzieren – was natürlich ein erheblicher Vorteil für Konzerne mit einem großen Budget für das Marketing ist. Heute sind es nicht mehr die Benutzer, sondern die Algorithmen der Netzwerke, die darüber entscheiden, welche und wie viele Informationen zu den Benutzern gelangen.

Meinungen ungefiltert?

Da das Internet inzwischen auch in journalistischen Kreisen deutlich aktiver genutzt wird, ist die Vielfalt der Informationen stetig wachsend. Es werden neue Meinungen präsentiert und neben den großen Namen der journalistischen Welt mischen inzwischen auch Blogger und viele kleine Anbieter mit, wenn es darum geht, Meinungen zu bilden und zu verändern. Das ist nicht nur für die Politik zu einem interessanten Faktor geworden, sondern natürlich auch für die Wirtschaft.

Mit über drei Milliarden Nutzern auf der gesamten Welt kontrollieren die sozialen Netzwerke den Fluss an Nachrichten auf erhebliche Weise. Da redaktionelle Inhalte in vielen Fällen kaum noch von tatsächlichen Nachrichten zu unterscheiden sind, wird es für den Nutzer immer schwerer, sich unabhängig zu informieren.

Autorin: Birgit Kleiner

Bild: Facebook

Im Überblick

Allein durch die Masse an Mitgliedern gehören die sozialen Netzwerke zu den größten Plattformen, in denen Meinung gemacht und Meinung platziert werden kann. Unternehmen und die Politik nutzen die Netzwerke, um sich darzustellen und ins rechte Licht zu setzen. Dabei ist es den Laien ist kaum nachvollziehbar, warum welche Information in den gängigen Suchmaschinen bei der Eingabe eines Begriffs an der ersten Stelle stehen. Zuständig für die Reihenfolge sind mathematische Algorithmen, die von den Netzwerken selbst als Geheimnis gehütet werden, die über die Platzierung entscheiden. Daneben wird allerdings auch vermutet, dass wirtschaftliche Faktoren eine nicht unbedeutende Rolle in der Platzierung spielen.