Mobbing im Internet – die neue Gefahr?

p395289 NEUNsight Juli 2017

Mobbing im Internet ist ein unangenehmer Nebeneffekt der sozialen Medienwelt. Eine Umfrage unter Jugendlichen ergab, dass ein Drittel von ihnen bereits gemobbt wurde. Bei den Erwachsenen sieht es nicht besser aus. Sind auch Sie betroffen? Wir geben Ihnen Tipps zum richtigen Verhalten! 

Wie auch im realen Leben entsteht Mobbing im Internet aus den verschiedensten Gründen. Einige Täter machen sich auf diese Weise Luft, bauen Aggressionen ab und wollen Macht demonstrieren. Andere wiederum haben ganz einfach Spaß daran. Wer unter besonders hohem Leistungsdruck steht, neigt ebenso eher dazu, andere Menschen zu unterdrücken.

Das richtige Verhalten

Viele Menschen akzeptieren generell alle Kontaktanfragen und teilen all ihre Beiträge mit der Öffentlichkeit. So landen nicht nur Bilder von Familie und Freunden offen sichtbar im Netz, sondern oft auch Gespräche privater Natur. Das bietet reichlich Angriffsfläche. Sie sollten sich daher angewöhnen, nur Freunde in Ihre Kontakte aufzunehmen.

Falls Sie Probleme mit Kollegen oder Mitschülern haben, die sich nicht problemlos aus Ihrem virtuellen Leben aussperren lassen, kämen auch zwei Accounts in Betracht. Einer für Freunde, den Sie von der Öffentlichkeit abschotten und ein öffentlicher ohne private Informationen. Beachten Sie hier jedoch die AGB des jeweiligen Website-Betreibers. Wichtig ist außerdem, dass Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen im Blick haben. Diese sind standardmäßig sehr offen eingestellt und verheimlichen dem neugierigen Besucher kaum etwas.

Beweise sichern

Werden Sie bereits gemobbt, gilt es angemessen zu reagieren. Sichern Sie Beweise und machen Sie unbedingt Screenshots von Bildern und Nachrichten mit den verletzenden Inhalten. Auf diese Weise haben Sie es später leichter, falls die Inhalte zwischenzeitlich gelöscht wurden. Melden Sie den Benutzer außerdem bei der Website. Mobbing verstößt auf nahezu allen Websites gegen die Regeln.

Mobbing im Internet als Straftat?

Cybermobbing ist kein eigener Straftatbestand, es gibt kein Gesetz speziell gegen dieses Vergehen. Im Strafgesetzbuch gibt es jedoch bereits Straftaten, die beim Mobbing im Internet enthalten sind: Beleidigung (§ 185 StGB), Üble Nachrede (§ 186 StGB) und Verleumdung (§ 187 StGB). All diese Vergehen können Freiheitsstrafen von mehreren Jahren oder Geldstrafen nach sich ziehen. Je nach Fall kann das Mobbing natürlich auch noch andere Straftaten beinhalten. Das muss jedoch im Einzelfall erörtert werden.

Das Internet fügt dem Mobbing noch eine besonders gefährliche Komponente hinzu: die Anonymität. Täter müssen sich nicht mehr offen zu erkennen geben. Sie können sich nach Belieben einen Account in einem der sozialen Netzwerke erstellen. Der Schutz des Opfers führt dann oft zu Abschottung. Und auch das gelingt nicht immer.

Autor: Hagen Bremer

Bild: jd-photodesign (fotolia.com)

Im Überblick

Mobbing im Internet wird ebenso bestraft wie Mobbing im Alltagsleben. Da das Mobbing im Internet in der Regel anonym stattfindet ist eine Strafverfolgung schwierig bis unmöglich. Ist der offensichtliche Täter bekannt, so sollten die Opfer Bewiese sichern und Anzeige erstatten. Auch der eigene leichtfertige Umgang mit persönlichen Informationen in den sozialen Netzwerken sollte vermieden werden und nur solche Kontakte bestätigt und gepflegt werden, die auch einer Realitätsprüfung standhalten.