Online-Journalismus: Was ist erlaubt, was nicht!

p395289 NEUNsight Juli 2017

Die Verlagerung des Journalismus in das Internet ist keine neue Entwicklung. Immer mehr ehemalige Print-Medien haben einen Teil ihres redaktionellen Angebotes in das Web verlagert. Was Journalismus im Netz darf und was das für Sie als Leser bedeutet, erfahren Sie hier.

Neben den bekannten Namen der Medien-Branche hat diese Entwicklung aber auch für einen Boom unter den nicht-professionellen Journalisten gesorgt. Blogger und selbständige Schreiber haben dem Online-Journalismus zu seinem Erfolg verholfen. Allerdings gilt es auch in dieser Branche auf einige grundlegende Regeln zu achten.

Werte verschwimmen

Es sind vor allem die technischen Möglichkeiten, die es heute so einfach machen, selbst als Journalist aktiv zu werden. Bereits die Installation von einem Blog und eine gewisse Reichweite über die sozialen Medien oder Google reichen aus, damit Leser generiert werden können. Das führt dazu, dass immer mehr Menschen über Themen berichten, die sie entweder bewegen oder das Interesse ihrer Zielgruppe wecken können. Mit der Popularität
des Online-Journalismus sind allerdings auch die grundlegenden Werte, die über viele Jahrzehnte den Bereich bestimmt haben, verschwommen. Themen wie Fake-News oder die beständige Vermischung von Werbung und redaktioneller Berichterstattung haben zuletzt die Gemüter bewegt.

Welche Dinge sind erlaubt und welche ein Problem?

Der Einstieg in den Online-Journalismus ist einfach. Die wenigsten Schreiber wissen jedoch, wie schnell sie sich in einer problematischen Situation befinden können. Das beginnt schon bei so einfachen Themen wie Fotos oder Textauszügen. Es ist natürlich reizvoll, einen Artikel mit einem Bild aus dem Internet zu garnieren oder sich einfach eines Abschnittes aus einem anderen Text zu bedienen. Spätestens wenn die erste Abmahnung im Briefkasten ist, zeigen sich aber die Gefahren. Das Urheberrecht hat eine ebenso stark steigende Bedeutung im Internet wie es der Online-Journalismus hat. Möchte man also eine Bildquelle haben, sollte man sich der Quellen bedienen, die entweder kostenlos und mit einem entsprechenden Urheberrecht zur Verfügung stehen oder sich eine Lizenz für professionelle Dienste besorgen.

„Fake News“ und Werbung als Redaktion versteckt

Auch dem Thema „Fake-News“ sollte Beachtung geschenkt werden. Nur weil die Möglichkeit besteht über alle Dinge zu schreiben, bedeutet das nicht, dass es auch erlaubt ist. Offenkundige Lügen sind ebenso verboten wie die Verpackung von Werbung in redaktionellen Inhalten. Möchte man sich in diesem Bereich einen Namen machen, sollte man auf die Integrität und Qualität der eigenen Inhalte achten und dafür
sorgen, dass die Quellen nicht nur verlässlich sind, sondern auch die Wahrheit enthalten. Soziale Verantwortung wird zu einem wichtigen Faktor im Online-Journalismus werden und daher auch ein wichtiges Thema für jeden sein, der hier aktiv werden möchte.

Eine umfangreiche Informations- und Dokumentationsquelle ist der Deutsche Journalisten Verband (DJV), der dem Thema „Digitaler Journalismus“ eigene Konferenzen und Symposien widmet, in denen neben Rechtsfragen auch praktische Tipps zu Ausbildung und Karrierechancen gegebene werden.

 

Autor: Dieter Leicht

Bild: Marco2811 (fotolia.com)

Im Überblick

Grundsätzlich gelten vergleichbare Regeln für Print- und Online-Journalismus. Auf die Integrität der eigenen Inhalte muss geachtet und dafür Sorge getragen werden, dass die verwendeten Quellen nicht nur verlässlich sind, sondern auch die Wahrheit enthalten. Darüber hinaus wird soziale Verantwortung zu einem wichtigen Faktor im Online-Journalismus, da einmal publizierte Inhalte kaum noch gelöscht werden können.