Gesundheitsbranche: Smarte Produkte gefragt

p395289 NEUNsight Juli 2017

Die Digitalisierung und Technisierung der Gesundheitsbranche schreitet zügig voran. Doch der gläserne Patient stößt nicht überall auf Gegenliebe, obwohl er unter Umständen besser behandelbar ist. Die NEUNsight geht der Frage nach, was in Zukunft alles möglich ist, wie das Gesundheitssystem der Zukunft aussehen kann und wie Sie als Patient davon profitieren!

Denn Hausärzte oder Ersthelfer erfahren schon heute über einen Chip auf der Patientenkarte, welche Medikamente dem Patienten regelmäßig verschrieben wurden. Dadurch können Präparate besser aufeinander abgestimmt werden. Dem Missbrauch von abhängig machenden Medikamenten wird ein Riegel vorgeschoben. Neben- und Wechselwirkungen verschiedener Präparate können minimiert werden. Wahrscheinlich werden sogar Todesfälle verhindert, die aufgrund von miteinander unverträglichen Medikamenten entstehen. Doch bei all diesen positiven Seiten gibt es auch berechtigte Kritikpunkte. Ähnliches ist von OP-Robotern oder Entwicklungen auf dem „eHealth-Sektor“ zu sagen. Angestrebt ist die Vernetzung von Praxen auf nationaler und internationaler Ebene. Ziel ist, medizinische Standards überall gleich hochzuhalten oder einen Datenaustausch zwecks Weiterbehandlung im Ausland zu ermöglichen.

IT-Tools in Praxen und Kliniken

Die zunehmende Digitalisierung des Healthcare-Bereichs hat Kostenersparnisse, Prozessoptimierungen und Vorteile für Ärzte wie Patienten im Blick. Daher werden zunehmend moderne IT-Tools in Arztpraxen und Krankenhäusern implementiert. Sie sollen medizintechnische Entwicklung vorantreiben und effektivere Behandlungen ermöglichen. Als übergeordnetes Ziel soll der medinizische Standard angehoben und verbessert werden. Wenn jede medizinische Instanz über elektronische Patientenakten oder bildgebende Untersuchungsmethoden alle Informationen über einen Patienten in kompakter Form vor Augen hat, sind Befragungslücken leichter auszuschließen. Die Entwicklung der Telemedizin eröffnet ein digitales Zeitalter, von dem der Patient durchaus profitieren kann. Die Online-Konsultation kann zum Beispiel einen Besuch in der Notfallpraxis unnötig machen. Der OP-Roboter kann komplexe Operationen präziser ausführen als menschliche Hände es vermögen. Ihm fehlen allerdings das Feingefühl und der medizinische Instinkt, der gute Operateure auszeichnet.

Ein nicht aufzuhaltender Trend

Smarte Produkte und die Digitalisierung des Medizinsektors sind nicht mehr aufzuhalten. Das ist auch gut so. Die Frage ist nur, wie sicher Fitness-Apps, Patientenkarten, das Internet der Dinge, OP-Roboter oder medizinische Self-Tracker zur Messung von Blutdruck, Gewicht, Herzfrequenz oder Blutzuckerspiegel gemacht werden können. Auch wenn „Smart Healthcare“ große Chancen bietet, sind gewisse Risiken damit verbunden. Die Frage, ob alles umgesetzt werden muss, was geht, ist zu prüfen. Die Abwägung des Nutzens gegen die Kosten oder die damit verbundenen Risiken sollte schnell geschehen. Sonst geht es wie mit dem Internet: Wildwuchs, Missbrauch und Datenklau machen sich breit und die Sache wird unkontrollierbar.

Abwägung von Chancen und Risiken

Die Chancen der Digitalisierung sind den Risiken entgegen zu stellen. Sensortechnik für Diabetiker, digitale Kontaktlinsen und Elektroden, die Bewegungsstörungen lindern sollen: Der Megatrend der Digitalisierung spielt im Gesundheitswesen und in der Medizin- und Pharmabranche eine große Rolle und wird die zukünftige Ausrichtung und Entwicklung von Unternehmen stark beeinflussen, denn neben den Produkten sind ergänzende digitalisierte Dienste stark gefragt.

Smartphone Dienste für Kranke, die dem Patienten bei der Anpassung an den Lebenswandel durch die Krankheit helfen sollen, Sensortechniken, die automatisiert Werte messen, Big Data zur Verbesserung von medizinischen, interaktiven Bildgebungsverfahren, virtuelle Sprechstunden beim Arzt oder die Unterstützung durch Roboter und künstliche Intelligenz in der Behandlung und der Pflege sind nur eine Auswahl aus zahlreichen Beispielen der beinah unendlichen Zukunftsmöglichkeiten.

Neues Denken

Der gesamte Gesundheitsbereich steht vor den Herausforderungen der Digitalisierung und einem Wandel. Die zukünftigen Einflüsse zeigen auf, dass sich im Innovationsmanagement der Unternehmen, Veränderungen zur bisherigen Arbeit ergeben müssen und sich ein neues Denken in den Innovationsabteilungen hinsichtlich digitaler Lösungsmöglichkeiten entwickeln muss. F&E Abteilungen und Innovationsbeauftragte sind dabei natürlicherweise oft mit der Komplexität der zahlreichen digitalen Möglichkeiten überfordert und es fehlt häufig an der Vorstellung, wie durch deren Einsatz, Wert geschaffen werden kann. Zusätzlich mangelt es an geeigneten Fachkräften, welche die digitalen Applikationen entwickeln können.

Autorin: Klara Moon

Bild: wladimir1804 (fotolia.com)

Im Überblick

Zur Lösung der Herausforderungen hat die K.O.M. GmbH die Tools K.O.M.-HCI® und K.O.M. Med 4.0® speziell für den Gesundheitssektor entwickelt, welche die klassischen Elemente des (Open) Innovationsmanagement mit den neuesten Erkenntnissen digitaler Lösungsmöglichkeiten kombiniert. Es hilft durch den Einsatz von Kreativitätstechniken dabei, relevante digitale Technologien in bestehende Produkte, Services und Prozesse zu integrieren und somit Ansätze und Ideen in tatsächliche digitale Lösungen zu überführen.