Wie teuer wird der Müll in Zukunft?

p395289 NEUNsight Juli 2017

Wer seine Nebenkostenabrechnung liest, dem schlägt Jahr für Jahr ein immerwährend kontinuierlich oder manchmal sogar explosionsartig steigender Posten entgegen: die Müllgebühren. Warum die Entsorgung ein Milliardengeschäft ist, an dem viele verdienen wollen, beleuchtet die NEUNsight.

Müll beziehungsweise Abfall ist der Oberbegriff für jegliche Reste bei Produktion und Konsum. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit Müll der Haushaltsabfall gemeint. Er gliedert sich grob in die Bereiche Altglas, Altpapier, Bioabfall, Restmüll und Sperrmüll. Weitere Sondermüllarten sind Elektroschrott, Textilien für die Altkleidersammlung, Schadstoffe in flüssiger Form sowie Sondermüll.

Verursacherprinzip und wachsende Müllberge

All diese Abfälle stehen im direkten Zusammenhang mit der Haushaltsführung im Lebensalltag. Die Müllentsorgung wird nach dem Verursacherprinzip berechnet. Wer den Haushaltsmüll verursacht oder generiert, der muss die Abfallbeseitigung bezahlen. In unserer ersten Welt wird zunehmend mehr Müll erzeugt beziehungsweise verursacht. Für den Bürger stellt sich zwangsläufig die Frage nach der zukünftigen Kostenentwicklung für die Müllentsorgung.

Lukratives Geschäft

Recycling, Weiter- und Wiederverwertung von Haushaltsmüll sind für die Abfall- und Entsorgungsindustrie zu einem lukrativen Geschäft geworden. Das Müllvolumen wächst unaufhörlich. Damit ist ein kontinuierlicher Verdienst an und mit der Müllentsorgung geradezu garantiert. Doch der damit verbundene Gewinn kommt an der Basis, also beim Endverbraucher nicht an. Der muss im Gegenteil davon ausgehen, dass die „städtische Müllabfuhr“ regelmäßig teurer wird.

Spitze des Müllbergs

Das buchstäbliche Milliardengeschäft der Entsorgungsindustrie an der Spitze des Müllberges wird mit Umsatz und Gewinn ganz oben abgeschöpft. Der Bürger ist dafür zuständig und verantwortlich, seinen eigenen Müll zu entsorgen. Die Gemeindeverwaltung ist dabei mit der Müllentsorgung behilflich. Entweder geschieht das öffentlich-rechtlich durch die Stadt beziehungsweise den Landkreis, oder ein privates Unternehmen wird mit der Müllabfuhr beauftragt.  Die Kosten mit jährlichem Grundpreis sowie mit dem Abholen von Bio- und von Restmüll werden von der örtlichen Gemeinde festgesetzt oder reguliert. Altpapier wird kostenlos abgeholt, während Altglas sowie Altkleidung vom Bürger eigenständig und ebenfalls kostenlos an Sammelstellen in dort aufgestellte Container entsorgt werden. An dieser Stelle beginnt für diese Abfallprodukte das lukrative Geschäft der Entsorgungsindustrie. Während die Müllentsorgung, also das Abholen des Haushaltsmülls eher kostendeckende kommunale Aufgaben sind, verdient die Müllentsorgungsindustrie vorwiegen an demjenigen Haushaltsabfall, dessen Entsorgung mit Glas, Papier und Textilien den Verbraucher nichts kostet.

Autor: Werner Metzler

Bild: Verband kommunaler Unternehmen

Im Überblick

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Entsorgungsindustrie ihr Milliardengeschäft auch, aber nicht nur mit demjenigen Haushaltsmüll macht, dessen Entsorgung für den Endverbraucher kostenlos ist. Dessen Ausgaben werden vorwiegend durch Bio- und durch Restmüll verursacht. Der wird allerdings von Jahr zu Jahr teurer.