Augmented Reality: Weit mehr als Spielerei

p395289 NEUNsight August 2017

Um auch in Zukunft eine hochwertige und bezahlbare Gesundheitsversorgung zu gewährleisten wird Augmented Reality in weiten Bereichen der Gesundheitswirtschaft als eine Lösungsmöglichkeit angesehen, deren Einsatz von der Ausbildung des medizinischen Personals über die Therapie bis hin zur auf Patienten-Autonomie zielenden Versorgung reicht. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten, aber auch die bisher bestehenden Grenzen auf!

Unter erweiterter Realität (Augmented Reality), auch kurz AR genannt, versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung, bei der sich die reale und die virtuelle Welt vermischen, so eine trocken-theoretische Definition. Häufig wird unter erweiterter Realität nur die visuelle Darstellung von Informationen verstanden, also die Ergänzung von Bildern oder Videos mit computergenerierten Zusatzinformationen oder virtuellen Objekten mittels Einblendung/Überlagerung. Bestes und bekanntestes Beispiel: bei Fußball-Übertragungen ist erweiterte Realität beispielsweise das Einblenden von Entfernungen bei Freistößen mithilfe eines Kreises oder einer Linie.

Grundsätzlich zeichnen sich in vielen Industriestaaten, so auch in Deutschland, die demografischen Herausforderungen im Zusammenhang mit der absehbaren Überalterung der Bevölkerung sowie dem damit verbundenen Ärztemangel und Kostendruck im Gesundheitssystem bereits überdeutlich ab, skizziert Prof. Dr. Stefan Heng, Professor für Digitale Medien  an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim, in einem Gastbeitrag für das Magazin „Die News online“ die bisherige Situation im deutschen Gesundheitswesen.

Informationen kanalisieren

Für den Mannheimer Professor geht es im Bereich Augmented Reality vornehmlich darum, die visuelle Wahrnehmung des Menschen zu erweitern, die Kommunikation zu unterstützen und darüber den alltäglichen Informationsfluss zu kanalisieren. Über die wahrnehmungsunterstützenden Funktionen eröffnet Augmented Reality besondere Chancen. Eine intensivere Nutzung von Augmented Reality im großen Umfeld der allgemeinen Digitalisierung kann einer überalternden Gesellschaft mit massivem Kostendruck und Ärztemangel dabei helfen, dass qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung bezahlbar bleibt, resümiert Prof. Dr. Stefan Heng in seinem Fachbeitrag.

Anwendungsbeispiele

Und die Anwendungsbereiche reichen zum Beispiel von der verbesserten Vermittlung der komplexen Zusammenhänge menschlicher Anatomie in der Ausbildung des medizinischen Fachpersonals  bis hin zum Einsatz einer Datenbrille für Chirurgen, die dem Operateur  während des Eingriffs alle wesentlichen Ergebnisse der Untersuchungen seines aktuellen Patienten mit bildgebenden Verfahren in nutzerfreundlicher Darstellung einblenden. Weitere denkbare Einsatzfelder, so Prof. Stefan Heng, sind die direkte Einbeziehung von Fachärzten mittels Augmented Reality durch den Hausarzt. Der aus der Ferne hinzu gezogene Spezialist sieht mittels Datenbrille in Echtzeit die relevanten Patienteninformationen.

Um die Vorteile nutzen zu können, verweist der Mannheimer Professor auf die Bereiche, die noch gesetzlich und infrastrukturell gelöst werden müssen. Dazu zählt ein international anerkannter Rechtrahmen, der festlegt, wie mit personenbezogenen Daten umgegangen werden soll. Über den Datenschutz hinaus muss ein leistungsfähiges Breitbandnetz zur Verfügung stehen, damit die enormen Datenmengen schnell, zuverlässig und vollständig ans Ziel kommen.

Autor: Michael Storks

Bild: santiago silver

Im Überblick

Als erweiterte Realität oder Augmented Reality (AR) wird eine computergestützte Wahrnehmung bezeichnet, bei der sich reale und virtuelle Welt vermischen. Über die gerade betrachtete reale Welt werden in Echtzeit Textinformationen und Grafiken geblendet. Die Anwendungszwecke reichen von der Information über die unmittelbare Umgebung, über die ins Sichtfeld eingeblendete Navigation bis hin zu Spielen, so die Definition der IT-Seite golem.de. Augmented Reality eröffnet der Gesundheitswirtschaft erhebliche Potenziale – von der Ausbildung des medizinischen Personals über die Therapie bis hin zur auf Patienten-Autonomie abzielenden Versorgung. Zur Lösung der Herausforderungen hat die K.O.M. GmbH die Tools K.O.M.-HCI® und K.O.M. Med 4.0® speziell für den Gesundheitssektor entwickelt, welche die klassischen Elemente des (Open) Innovationsmanagement mit den neuesten Erkenntnissen digitaler Lösungsmöglichkeiten kombiniert. Es hilft durch den Einsatz von Kreativitätstechniken dabei, relevante digitale Technologien in bestehende Produkte, Services und Prozesse zu integrieren und somit Ansätze und Ideen in tatsächliche digitale Lösungen zu überführen.