Finanzielle Sicherheit im Alter – Tipps zur erfolgreichen Vorsorge

p395289 NEUNsight August 2017

Die Prognosen über steigende Altersarmut verunsichert gerade die Generation, die in den nächsten 15 Jahren in die wohlverdiente Rente gehen wird. Stetig steigende Lebenshaltungskosten vor allem für das Wohnen müssen auch im Pensionsalter gestemmt werden. Wie die finanzielle Sicherheit auch im Alter gewährleistet werden kann, dazu nachfolgende Vorsorge-Tipps der NEUNsight-Redaktion.

Als Altersvorsorge wird ganz allgemein eine finanzielle Sicherheit in demjenigen Lebensabschnitt bezeichnet, der sich dem Berufsleben anschließt. Das ist im Normalfall das Rentenalter. Heutzutage und in Zukunft beträgt die gesetzliche Altersrente nur noch etwa die Hälfte vom bisherigen Lohn oder Gehalt. Dem Rentner der Zukunft fehlen so von einem auf den anderen Monat bis zu 50 Prozent seines ehemaligen Einkommens, während seine Ausgabenseite hingegen weitgehend unverändert bleibt.

Schließen der finanziellen Lücke

Zur finanziellen Sicherheit im Alter gehört es, diese Lücke zwischen Einnahme und Ausgabe möglichst weitestgehend zu schließen, sie bestenfalls komplett auszugleichen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, und zwar die Erhöhung der Einnahmen über die gesetzliche Rente hinaus und die Reduzierung der bisherigen Ausgaben möglichst nahe an die gesetzliche Rentenhöhe heran. Dem zukünftigen Rentner ist diese Situation bekannt. Bildlich gesprochen weiß er auf den Tag genau, wann sein Rentenanspruch beginnt. Er hat also ausreichend Zeit und Möglichkeiten, um sich darauf vorzubereiten und für eine finanzielle Sicherheit im Alter vorzusorgen.

Wohneigentum schaffen

Ein großer, unvermeidbarer Ausgabenblock sind die Kosten der Unterkunft. Gemeint ist damit die Kaltmiete ohne Betriebs- und ohne Energiekosten. Mit einem Wohnungseigentum als Haus oder als Eigentumswohnung, das zum Renteneintritt abbezahlt, also schuldenfrei ist, lässt sich dieser Kostenblock einsparen. Der Rentner wohnt umsonst in seinen vier Wänden. Er kann die Mindereinnahme aus der Rente durch die Minderausgabe für seine Unterkunft ganz oder teilweise ausgleichen. Inwiefern das gelingt, lässt sich im Vorhinein ausrechnen und über die Jahre hinweg auch direkt beeinflussen.

Absicherung durch Zusatzrente(n)

Mehreinnahmen für das spätere Rentenalter können und sollten durch eine oder auch mehrere private Zusatzrenten geschaffen werden. Eine von ihnen, die Riester-Rente , wird über die Jahre hinweg staatlich gefördert. Zu der jährlichen Sparsumme leistet der Staat einen Zuschuss, der dem Riester-Rentenkonto gutgeschrieben wird. Der Riester-Sparer hat auf die Sparsumme und somit auf seine spätere private Rente einen direkten Einfluss. Die Rürup-Rente wird ebenfalls staatlich gefördert; allerdings nicht mit einem jährlichen Zuschuss, sondern mit Steuervergünstigungen in erheblichem Umfang. In Ausnahmefällen können beide Versicherungen abgeschlossen werden, normalerweise jedoch nur eine von beiden.

Eine Kapitallebensversicherung ist nach wie vor die ebenso geeignete wie gefragte Form zur Altersvorsorge. Der Versicherte kann über die Verwendung der Versicherungssumme frei entscheiden. Das Spektrum reicht von einer lebenslangen Verrentung bis hin zur Auszahlung in einer Summe, die dann in Geld oder Wertpapieren angelegt wird.

Autorin: Hannelore Brecht

Bild: bilderstoeckchen (fotolia.com)

Im Überblick

Zum Ansparen von Kapital als finanzielle Sicherheit im Alter gibt es vielfältige Angebote und Möglichkeiten. Doch eins ist überall dasselbe: Nur das, was in früheren Jahren und Jahrzehnten angespart worden ist, steht als Kapital zur Verfügung. Oder umgekehrt gesagt: Ohne Sparen ist eine finanzielle Sicherheit im Alter nicht möglich.