IW-Studie „2035“: der demographisch programmierte Crash

p395289 NEUNsight August 2017

Der demographische Wandel stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor eine ganze Reihe struktureller Herausforderungen. Wie verhindert werden kann, dass das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahrzehnten dennoch nicht einbricht, zeigt eine aktuelle Studie. Die NEUNsight fasst die wichtigsten Aussagen der Studie für Sie zusammen und gibt Tipps zur Bewältigung der Auswirkungen des demographischen Wandels.

Zwar schrumpft die Bevölkerung wohl die nächsten Jahrzehnte nicht – wie langjährig angenommen – aber das Durchschnittsalter wird sich dennoch erhöhen. Derzeit steht es um Deutschland mit seinem Anteil über 65-Jähriger von 16,7 Prozent gut: Die Arbeitslosenquote liegt niedrig, die Sozialversicherungen sind gefüllt und der Staat erzielt Überschüsse.

Die Entwicklung Deutschlands bis zum Jahre 2035 und darüber hinaus wird allerdings düsterer prognostiziert. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln verweist in seiner Studie zur demographischen Entwicklung Deutschlands auf Zahlen, nach denen beispielsweise der Anteil über 65-Jähriger bis zum Jahre 2035 auf 25,7 Prozent steigen wird.  Während die sogenannten Baby-Boomer in Rente gehen, wird es Deutschland, welches schon jetzt jährlich mehrere Zehntausend Ausbildungsplätze unbesetzt lässt, an weiteren Fachkräften mangeln.

Schieflage der Generationen

Trotz hoher Zuwanderungszahlen wird es nicht möglich sein, die Generationenverteilung in Deutschland aufrecht zu erhalten. Der Anteil älterer Menschen wird weiter zunehmen, während der Anteil jüngerer Menschen weiter abnimmt. Für den Arbeitsmarkt bedeutet dies eine Versorgungslücke mit Auszubildenden und späteren Fachkräften. Zwar sind zur derzeitigen Konjunkturlage viele (Fach-)Arbeitsplätze geschaffen, aber der Weggang qualifizierter Arbeitnehmer wird nicht von den jüngeren Menschen ausgeglichen werden.

Trends am Arbeitsmarkt

Im Allgemeinen wird für den Arbeitsmarkt bis zum Jahre 2035 erwartet, dass der Anteil Erwerbstätiger sich um fünf Prozent reduziert. Daraus resultieren Konsequenzen, die unter anderem das Sozialsystem und den Bereich Pflege und Versorgung umfassen. Zwar gilt für den Arbeitsmarkt auch ein gegensätzlicher Trend, nämlich, dass der Anteil erwerbstätiger Frauen im mittleren und hohen Alter sowie der Anteil älterer Erwerbstätiger Menschen allgemein steigen. Aber es handelt sich hierbei selten um Tätigkeiten als Fachkraft in Vollzeit, weshalb sich an der grundlegenden entstehenden Problematik des Fachkräftemangels nichts ändern wird. Es ist anzunehmen, dass auch ein Anheben der Lebensarbeitszeit notwendig werden kann. Schließlich wird sich die insgesamt erbrachte Arbeitszeit der Bevölkerung durch einen hohen Anteil älterer und gering qualifizierter Menschen langfristig reduzieren.

Unabsehbare Folgen

Es ist anzunehmen, dass die Folgen des demographischen Wandels zu bewältigen sind, wenn wirtschaftspolitische Maßnahmen getroffen werden. Hierunter fallen unter anderem das Qualifizieren und Ausbilden von Zuwanderern, weitreichende Weiterentwicklungen im Bereich der digitalen Infrastruktur und ein Vorantreiben der Produktivität. Diese Produktivität voranzutreiben ist nur durch die immer neue Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen möglich, die keine leicht verbesserte Kopien bereits bestehender Produkte sind, sondern dem Unternehmen ein – zumindest zeitweise gültiges – Alleinstellungsmerkmal im globalen Wettbewerb bietet.

Blue Ocean Strategy

Die Trends und Entwicklungen der Digitalisierung werden zwangsläufig eine Optimierung der bestehenden, beziehungsweise die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle erfordern. Doch noch herrscht in vielen Branchen ein langsames Tempo im Hinblick auf Entwicklung und Vermarktung digitaler Geschäftsmodelle und Innovationen vor. Vielmehr liegt der Fokus auf der eigenen Branche und das Wettbewerbsumfeld und steht damit um 180 Grad dem Konzept der Vertreter der Digitalisierung wie Amazon, Zalando, Google und Alibaba entgegen, die neue Wege gehen und „Märkte erschaffen“, in denen zunächst wenig bis kein Wettbewerb (Blue Ocean-Strategystattfindet.

Nachhaltiger Nutzen

Die Blue Ocean Strategie ist eine Methode zur Entwicklung nachhaltig profitabler Geschäftsmodelle aus dem Bereich des strategischen Managements. Grundgedanke der Methodik ist es, dass nur durch die Entwicklung innovativer, neuer Märkte, die der breiten Masse der Kunden und Nicht-Kunden wirklich differenzierende und relevante Nutzen bieten (sogenannte Blue Oceans), nachhaltige Erfolge erzielt werden können, unter anderem durch die bedeutungslos gewordene Konkurrenz, Neuakquirierung von Kunden und optimierten Kostenstrukturen. Soweit die nüchterne Definition. Weitaus spannender ist es, eine solche Strategie zu entwickeln, wenn Unternehmen in diesem hochprofitablen Markt eine dominierende Rolle spielen sollen. Die Allensbacher K.O.M. GmbH bietet als „Blue Ocean Strategy-Spezialist“  die Entwicklung einer solchen Strategie an, die einen echten Mehrwert darstellt und damit einzigartig ist.

Autoren: Hannelore Brecht / Michael Storks

Bild: Coloures-Pic (fotolia.com)

Im Überblick

Der demographische Wandel stellt nicht nur den Arbeitsmarkt vor erhebliche Probleme. Vielmehr müssen angesichts eines absehbaren und sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels neue Geschäftsmodelle entwickelt, neue innovative Produkte und Dienstleistungen etabliert und umgesetzt werden, was Unternehmen vor große Umsetzungsherausforderungen stellt. Vielfach wird sich der Wandel nur mit externer professioneller Beratungshilfe bewältigen lassen, die den „Blick über den Tellerrand“ erleichtert.