Medien: Zwischen Abgesang und digitaler Revolution

p395289 NEUNsight August 2017

Der Journalismus befindet sich in einer Krise. Die letzten Jahre haben nicht nur das Potential für die Vermarktung verändert, sondern Journalisten mit Themen wie Fake-News auch in ihrer Integrität beschädigt. Welchen Einfluss das Internet hat und welche Chancen die Digitalisierung bietet, zeigen wir Ihnen an Beispielen auf.

Der Umstand, dass immer weniger Menschen Zeitungen kaufen und sich lieber im Internet informieren ist ebenso ein Problem für den etablierten Journalismus wie falsche Informationen und die Schnelllebigkeit durch das Web.

Abgesang auf den Journalismus

Viele traditionelle Häuser haben über lange Zeit ignoriert, dass das Internet einen direkten Einfluss auf ihr Geschäftsmodell genommen hat. Sie haben nicht nur die Zeichen der Zeit verkannt und ihre Internet-Auftritte nicht rechtzeitig ausgebaut, sondern auch mit Spott auf die Blogger und Webseiten geblickt, die ihnen nach und nach den Rang abgelaufen haben. Neue Modelle sind entstanden und heute braucht es keinen großen Namen mit einem noch größeren Verlag mehr, um die Leser an sich zu binden. Blogs, YouTube und die sozialen Netzwerke haben es ermöglicht, dass man bereits mit wenigen Beiträgen pro Tag viele Tausend Leser anziehen kann. Gleichzeitig werden die meisten Inhalte im Internet komplett kostenlos vermarktet. Einige bekannte Zeitungen sind durch diese Entwicklung bereits gestrandet – aber das Internet bietet auch neue Möglichkeiten.

Neue Modelle und Formate

Besonders die jungen Journalisten, also jene die bereits mit dem Internet aufgewachsen sind, haben das Potential erkannt. Sie versuchen mit guten Nachrichten in Echtzeit zu punkten und die Leser wieder für die Verlage zu locken, von denen sie bezahlt werden. Die digitale Revolution frisst eben nicht ihre Kinder, sofern man bereit ist, diese neuen Entwicklungen anzunehmen. Projekte wie Krautreporter, die alleine mit der Hilfe der Leser und auf freiwilliger Basis finanziert werden, waren zum Beispiel erste Ansätze in Deutschland, wie der Journalismus im Zeitalter des Internet aussehen kann. Das große Ziel ist: Gute Inhalte bei gleichzeitiger lukrativer Vermarktung.

Autorin: Hannelore Brecht

Bild: dominik_diesing (fotolia.com)

Im Überblick

Durch die Entwicklungen in den letzten Jahren steht der Journalismus tatsächlich vor einem Abgrund. Es muss nicht nur ein gutes Geschäftsmodell gefunden werden, auch das Vertrauen der Leser muss erst wieder gewonnen werden. Gute Inhalte werden sich aber auch weiterhin verbreiten - sofern die Unternehmen bereit sind, die neuen Trends zu akzeptieren.