NEUNsight-exklusiv: Der digitale Wandel und seine Auswirkungen auf das Führungsverhalten in Krankenhäusern!

p395289 NEUNsight August 2017

Der digitale Wandel steckt im Gesundheitswesen im Vergleich zu industriell geprägten Branchen noch in den Kinderschuhen. Trotz elektronischer Patientenakte oder die Möglichkeit jedes Patienten sich online ausführlich selbst zu diagnostizieren, sind die digitalisierten Strukturen Im Gesundheitsbereich noch stark verbesserungsfähig, so ein Ergebnis einer aktuellen Studie  der Allensbacher K.O.M. GmbH. Der NEUNsight liegt die Studie exklusiv vor!

Neben strukturellen und organisatorischen Veränderungen steht vor allem die kulturelle Veränderung, die das effektive Arbeiten miteinander fördert, sowie die Führungsorganisation und die Akzeptanz neuer Mitarbeitereinbindungs- und Beteiligungsmaßnahmen noch am Anfang, so ein Ergebnis der Studie, die in privaten und öffentlich betriebenen Krankenhäusern durchgeführt wurde.

O-Ton:Völlig Papierlos sind wir nur in ausgewählten Bereichen, wie in der Intensivstation. Insgesamt sind wir aber schon relativ gut aufgestellt, mit Patienteninformationssystem, automatischem Bestellwesen und einer digitalen Menüerfassung für die Patienten. Was uns fehlt ist ein Management-Cockpit, dass alle relevanten Daten sammelt und zur Verfügung stellt.“  (600 Betten, kirchlicher Träger)

Neben diesen organisatorischen, strukturellen und kulturellen Veränderungen behindert die chronische finanzielle Unterversorgung vieler Krankenhäuser eine erfolgreiche Digitalisierung.

O-Ton:Das wir noch nicht soweit sind, ist zum einen ein Investitionsthema, die Hardware ist teuer und wir haben Investitionsstau und zum anderen bildet die Hard- und Software unsere Anforderungen oft nicht ab.“(Leitender Oberarzt, 60 Mitarbeiter, 750 Betten)

Auch eine unterschiedliche Bewertung der Vorteile der Digitalsierung durch Ärzte, Management und Pflegepersonal steht einer zügigen Digitalisierung im Wege. Auch rein rechtlich sind Datenschutzfragen und die Rechte der Patienten noch weitgehend ungeklärt, was zu Behinderungen im Informationsfluss zwischen allen Beteiligten führt.

O-Ton: „Im Krankenhaus der Zukunft ist das Thema Datensicherheit dann besonders wichtig. Also wie schütze ich mich vor Hackern, etc. Hier sind Aufklärung und Bereitschaft aber gegeben.“(Geschäftsführer, 2000 Mitarbeiter, 560 Betten)

Diese Herausforderungen stellen vor allem – so ein Fokus der Studie –  insbesondere Führungskräfte vor neue Aufgaben. Diese müssen sich, so ein Ergebnis der Studie, als treibende Institutionen der Veränderung verstehen lernen und sich intensiv mit den Herausforderungen des digitalen Wandels auseinandersetzen. Durch das veraltete Führungsverständnis und die damit seit Jahrzehnten festgefahrenen Strukturen in Krankenhäusern ist ein kultureller Wandel im Führungsverhalten dringend nötig, der das digitale Miteinander und den schnellen Austausch von Daten intern sowie die Einbeziehung externem Sachverstandes begünstigt.

O-Ton: „Die aktuelle Struktur, die wir in den Krankenhäusern in Deutschland finden sind weder zeitgemäß noch eignen sie sich für eine Digitalisierung. Für Digitalisierung müsste ich die Arbeitsabläufe in Kernprozesse aufspalten, die sachgerecht und notwendig sind. Aktuell finden wir aber eher eine Organisation, die nach Berufsständen organisiert ist vor, das entspricht nicht der Medizin von heute.“(Vorstand, 1500 Mitarbeiter, 450 Betten)

Neben diesen spezifischen Herausforderungen des Gesundheitswesens sind es aber auch Handlungsfelder, die in anderen Branchen ebenso anzutreffen sind. Beispielsweise die Skepsis älterer Mitarbeiter in der Anwendung digitalisierter Tools sowie die häufig anzutreffende Inkompatibilität unterschiedlichster Software-Anwendungen in verschiedenen Krankenhausbereichen.

O-Ton: „Das KIS muss mit anderen Systemen zusammenspielen. Am Ende sollte es nur ein großes funktionierendes System geben, dass alles abdeckt. Das ist natürlich erst mal relevant für die IT. Gerade haben wir aber nur Einzelsysteme, die nur in kleinen Teilen aufeinander abgestimmt sind.“(Pflegedienstleitung, 70 Mitarbeiter,  600 Betten)

Autor: Michael Storks

Bild: ra2 studio (fotolia.com)

Im Überblick

Die Studie der Allensbacher K.O.M. GmbH zeigt die Herausforderungen im Krankenhausbereich detailliert auf und gibt Empfehlungen zur Überwindung von internen und externen Schwachstellen, die eine Digitalisierung erschweren und verhindern können. Die umfangreiche Studie kann zum Preis von 450,00 Euro bestellt werden bei der K.O.M. GmbH, Höhrenbergstr.1, 78476 Allensbach, E-Mail: info@kom-neun.de