Versicherungsdschungel – was ist wirklich notwendig?

p395289 NEUNsight September 2017

Heutzutage gibt es wohl keine Versicherung, die es nicht gibt. Unfall-, Rechtsschutz-, Hausrat-, Lebens- oder auch Haustierversicherungen werden angeboten – doch welche Verträge sind empfehlenswert? Die NEUNsight gibt Tipps für den richtigen Versicherungsschutz.

Es gibt keine pauschale Antwort, welche Versicherung tatsächlich abgeschlossen werden soll. Der Mensch, der sich tagtäglich dem „allgemeinen Lebensrisiko“ aussetzt, sollte sich daher selbst die Frage stellen, gegen welche Gefahren er sich absichern möchte. Die Branche an sich, gehört zu den größten Wirtschaftszweigen der Bundesrepublik. Es bestehen 2016/2017 nach Angaben der Versicherungswirtschaft allein in Deutschland 431 Millionen Vertrage, aus denen 208 Milliarden Euro an Leistungen an die Versicherten geflossen sind. Zudem hat die Branche 1,51 Billionen Euro an Kapital in den unterschiedlichsten Bereichen angelegt.

Praktische Beispiele

Rein praktisch gesehen sollten beispielsweise Extremsportler, die ein erhöhtes Unfallrisiko haben, sich für eine Unfallversicherung mit einer erhöhten Versicherungssumme entscheiden. Eigenheimbesitzer sind gut beraten, wenn sie eine Rechtsschutzversicherung haben. Eine Zahnzusatzversicherung oder die private Krankenversicherung sind zwar interessante Möglichkeiten, stellen sich am Ende aber oft als zu teuer heraus, sodass die Frage gestellt werden muss, ob sich diese Versicherungen tatsächlich lohnen.

Häufigste Versicherungen

Eine Ab- und Erlebensversicherung, die gerne im Zuge einer Finanzierung (Kreditsicherstellung) aufgenommen wird, hilft den Angehörigen im Todesfall (Schutz für die Hinterbliebenen, da der Kredit mit der Versicherung getilgt wird) und ermöglicht dem Versicherungsnehmer aber einen ruhigen Lebensabend, wenn er die Versicherungssumme am Ende ausbezahlt bekommt.

Berufsunfähigkeit und Pflege

Auch wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung keine Schicksalsschläge verhindert, so sorgt sie zumindest dafür, dass ein Unfall oder eine Krankheit nicht zur finanziellen Belastung wird. Die Pflegeversicherung ist ebenfalls eine interessante Versicherungsmöglichkeit. Da die Menschen immer älter werden, so steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf Pflege angewiesen sind.

Recht haben und auch bekommen

Haus- und Wohnungsbesitzer und auch Selbständige sollten sich zudem für eine Rechtsschutzversicherung entscheiden. Streitigkeiten, die im Zuge von Baumaßnahmen oder falschen Beratungen auftreten können, werden oft erst vor einem zuständigen Richter geklärt. Prozesse kosten jedoch Geld und können auch eine ganze Existenz zerstören. Mit der Rechtsschutzversicherung ist man jedoch auf der (finanziell) sicheren Seite.

Vergleiche lohnen sich

Klassische Pflichtversicherungen, wie etwa die KFZ-Versicherung, können durch zusätzliche Bausteine (Voll- oder Teilkasko) ergänzt werden. Am Ende stellt sich immer nur die Frage, ob die Versicherungen, die im Zuge der letzten Jahre abgeschlossen wurden, tatsächlich günstig sind. Aus diesem Grund sollten die Angebote vor der Unterfertigung verglichen werden; auch dann, wenn die Versicherungen schon seit Jahren bestehen, lohnt sich ein regelmäßiger Vergleich. Nur so stellt man mitunter fest, dass es günstigere und/oder bessere Versicherungen gibt.

 

Autor: Frank Zappel

Bild: kamasigns (fotolia.com)

Im Überblick

Welche Versicherungen tatsächlich notwendig sind hängt von der Lebenssituation des Einzelnen ab. Die wichtigsten Versicherungen sind die Hausrat-, die Haftpflicht- und Pflichtversicherungen wie die Kfz-Versicherung für Halter von Kraftfahrzeugen oder die Gebäudeversicherung für Wohnungs- und Haus-Eigentümer. In bestimmten Berufsgruppen sind zudem Pflichtversicherungen die Voraussetzung dafür, dass bestimmte Berufe (Anwälte, Notare, Ärzte und manche Selbstständige) ausgeübt werden dürfen.