Zukunft Krankenhaus: Wachsende Anforderungen

p395289 NEUNsight September 2017

Das gesamte Gesundheitswesen steht vor gravierenden Veränderungen. Einerseits nimmt die Digitalisierung in den Krankeneinrichtungen an Bedeutung zu, andererseits stellt gerade diese Entwicklung die bislang starren Entscheidungsebenen in deutschen Kliniken auf den Kopf. Was in Zukunft von Krankenhäusern erwartet werden kann, fasst die NEUNsight für Sie zusammen!

Die Krankenhäuser unterliegen durch die mit dem technisch-medizinischen Fortschritt einhergehende Notwendigkeit zur Anschaffung modernerer, aber auch teurerer Maschinen sowie durch den Effekt der alternden Gesellschaft einem steigenden Kostendruck. Experten gehen davon aus, dass bis 2030 etwa ein Drittel aller Krankenhäuser schließen müssen. Dem Kostendruck wird durch immer mehr sinkende Verweildauer der Patienten in den Krankenhäusern begegnet, aber auch die Technik selbst kann zur Kostenreduzierung genutzt werden. So können z. B. Herzpatienten digital überwacht werden, diese sparen sich damit viele Tage zur Beobachtung im Krankenhaus. Durch die Möglichkeit sogenannter Apps, immer sensiblere Daten den Ärzten von zuhause aus zur Verfügung stellen zu können, werden zahlreiche Untersuchungen und Krankenhaustage im Krankenhaus überflüssig.

Mensch –Maschine-Interaktion

Zudem kann bei Beunruhigung des Patienten aufgrund seiner Daten in Zukunft ein Anruf bei einem Experten zur Abklärung dazu dienen, ob ein Krankenhausbesuch erforderlich ist, und wo der Experte den Patienten über den Anruf weiter beraten kann. Die Maschinen in den Krankenhäusern selbst werden dabei nicht nur an sich leistungsfähiger, sondern auch zunehmend „intelligenter“. Diese Entwicklung, als „Mensch-Maschine-Interaktion“ (MMI) zusammengefasst, bedeutet, dass der Maschine im Krankenhaus eine immer wichtigere Rolle zukommt, dass diese sich individuell auf den Patienten einstellen und individuell auf Veränderungen reagieren kann.

Krankenhäuser im Wettbewerb

Starre, zentrale Systeme, denen eine gewisse Inflexibilität innewohnt, verlieren weiter an Bedeutung und damit auch Krankenhäuser, die in einer größeren Stadt möglichst alle Krankheiten gleichzeitig abdecken müssen. Der Trend geht hin zur Spezialisierung, wo heute bereits zahlreiche Universitätskliniken im Bereich von Wissenschaft und Forschung Pionierarbeiten leisten. So muss der Patient in Zukunft womöglich bei manchen Krankheiten mit weiteren Wegen zum Krankenhaus rechnen. Dafür erfährt er dort bessere Behandlungsmöglichkeiten, damit ihm schneller, besser und effektiver geholfen werden kann.

Externe Expertisen einbinden

Krankenhäuser der Zukunft setzen Schwerpunkte und ziehen Experten von weit her an. Sie entwickeln sich innerhalb ihrer Schwerpunkte zu Leistungszentren und befinden sich damit nicht nur im Wettbewerb mit deutschen Krankenhäusern, sondern auch mit Spitzenkrankenhäusern überall auf der Welt. Moderne Krankenhäuser werden nicht mehr einfach nur verwaltet, sondern zunehmend autonom und gewinnen an Entscheidungsbefugnissen. Sie locken damit Patienten aus aller Welt an, die komplizierte Krankheiten haben und verzweifelt nach Hilfe suchen, wo ihnen endlich geholfen werden kann. Ohnehin ist der wissenschaftliche Fortschritt in der Medizin spürbar. Alle fünf Jahre verdoppelt sich das Wissen zu Krankheiten und bestmöglichen Behandlungswegen, die moderne Geräte leisten müssen.

Neue Art der Führung

All dies setzt eine neue Art der Führung in Gesundheitseinrichtungen voraus, die weg von bisher noch häufig anzutreffenden hierarchischen Strukturen hin zu einer flachen – eher prozessorientierten – das heißt fallbezogenen –  Organisation führt. In einer aktuellen Studie hat die Allensbacher K.O.M. GmbH den Zusammenhang zwischen fortschreitender Digitalisierung und seinen Auswirkungen auf das Führungsverhalten in Krankenhäusern untersucht. Neben strukturellen und organisatorischen Veränderungen steht vor allem die kulturelle Veränderung, die das effektive Arbeiten miteinander fördert, sowie die Führungsorganisation und die Akzeptanz neuer Mitarbeitereinbindungs- und Beteiligungsmaßnahmen noch am Anfang, so ein Ergebnis der Studie, die in privaten und öffentlich betriebenen Krankenhäusern durchgeführt wurde.

Autoren: Hannelore Brecht / Michael Storks

Bild: BvMed

Im Überblick

Die Studie der Allensbacher K.O.M. GmbH zeigt die zukünftigen Herausforderungen im Krankenhausbereich detailliert auf und gibt Empfehlungen zur Überwindung von internen und externen Schwachstellen, die eine Digitalisierung erschweren und verhindern können. Zudem wird deutlich, in welchen Bereichen die Gesundheitseinrichtungen in Zukunft investieren müssen, um national wie international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die umfangreiche Studie kann zum Preis von 450,00 Euro bestellt werden bei der K.O.M. GmbH, Höhrenbergstr.1, 78476 Allensbach, E-Mail: info@kom-neun.de