Digitalisierung am Arbeitsplatz – zwischen Wunsch und Wirklichkeit

p395289 NEUNsight Januar 2018

Das Internet und die Digitalisierung sorgen für ein immer höheres Tempo in der Wirtschaft. Laut einer aktuellen Studie sind die Deutschen allerdings vorwiegend daran interessiert in ihrem Job gutes Geld zu verdienen, weit weniger – und dies ist der Unterschied zu den Vorjahren – streben sie Beförderungen oder einen persönlichen Wissenszuwachs an. Warum das so ist und welche Folgen damit drohen, erläutert die NEUNsight.

Denn zu diesen wenig erfreulichen Ergebnissen kommt die repräsentative Studie „Karriereziele 2018“ der ManpowerGroup, für die 1.022 Bundesbürger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren online befragt wurden. Dies ist aber nur ein Punkt der zunehmenden Digitalisierung-Müdigkeit. Ein wichtigerer Aspekt bezieht sich auf die Weiterbildung von Mitarbeitern. Arbeitgeber sehen sich unter Druck, da die Digitalisierung in hohem Tempo voranschreitet. Um mit der Geschwindigkeit mithalten zu können, muss das komplette Unternehmen – von der Chefetage bis zum Fließbandarbeiter – so gut es geht auf dem neuesten Stand sein. Denn immerhin geht es um die Konkurrenz und somit auch um bares Geld. Es ist als Arbeitnehmer also wichtig, der zunehmenden Digitalisierung gegenüber nicht von Beginn an negativ eingestellt zu sein. „Offen für Neues“ lautet hier die Devise und kann in einigen Fällen für Pluspunkte beim Arbeitgeber sorgen.

Studie sieht negative Veränderungen

Demgegenüber stehen die Ergebnisse der zuvor genannten Studie. Um für eine Beförderung Überstunden zu schieben, Wissen aufzubauen und dem Chef zu imponieren – das ist aktuell immer weniger Bundesbürgern wichtig. Nach ihren Karrierewünschen befragt, geben 48 Prozent an, mehr Geld verdienen zu wollen. An zweiter Stelle folgt mit 29 Prozent die erhoffte Wertschätzung der geleisteten Arbeit. Dieser Wunsch wird im Vergleich zu 2017 jedoch seltener geäußert. Im Vorjahr haben noch 33 Prozent mehr Anerkennung eingefordert, so die Studie.

Geht es uns zu gut?

Andere Studien kommen zu dem Schluss, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und stetigem Wachstum in Deutschland und der Bereitschaft von Arbeitnehmern gibt, sich für ihr Unternehmen einzusetzen. Manche Studien und Verhaltensökonomen bringen es auf den einfachen Nenner: Es geht uns zu gut  und das seit geraumer Zeit – die Finanz- und daraus folgende Wirtschaftskrise ab 2008 ist bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten und andere Schwerpunkte werden nun für die eigene Zukunft gesetzt.

Dem stimmt ein weiteres Ergebnis der Studie der ManpowerGroup zu. 18 Prozent der Deutschen möchten in 2018 weniger arbeiten. Der Vorsatz, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und mehr Freizeit zu haben, wurde damit deutlich häufiger genannt als im Vorjahr. Der Wert stieg um fünf Prozentpunkte. Generell dominiert bei den Vorsätzen eher das Thema Work-Life-Balance. Die Top-Nennung ist mit mehr als einem Drittel der Nennungen der Wunsch nach Feierabend besser abschalten zu können, dicht gefolgt von dem Ziel, die Arbeit lockerer anzugehen. Diese Karriereunlust hat negative Folgen für die Unternehmen, so die Studie.

Negative Folgen absehbar

Unternehmen könnten beim digitalen Wandel nicht mehr automatisch darauf zählen, dass die Mitarbeiter sich selbst weiterqualifizieren. Die Ergebnisse sprechen Bände. Nur noch für 17 Prozent der Befragten ist die IT-Weiterqualifizierung ein Ziel für dieses Jahr. Lediglich für zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer gehört der Aufbau von Digitalkompetenz zu den beruflichen Vorsätzen für 2018. Diese Veränderungsunwilligkeit entsteht aus einem Mix aus guten Rahmenbedingungen der deutschen Wirtschaft und der psychologisch tiefsitzenden Angst vor Neuerungen im gewohnten Arbeitsablauf. Veränderungen erzeugen zunächst immer eine Abwehrhaltung bei denen, die diese Veränderungen am deutlichsten spüren: die Mitarbeiter, die kaum Führungsverantwortung tragen, aber für das tagtägliche Unternehmensgeschäft besonders wichtig sind.

Sinnvolle Konzepte für die Zukunft

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ohne Mitarbeiter, die dazulernen wollen und die Motivation mitbringen, sich weiterzuentwickeln, Unternehmen schlechte Karten beim Anpacken von Zukunftsthemen haben. Es sein vielmehr sinnvoll, Konzepte zu entwickeln, die dem Bedarf nach einer besseren Work-Life-Balance Rechnung tragen, in dem sie beispielsweise mehr Flexibilität bei den Arbeitszeitmodellen ermöglichen, so ein Autor der Studie wörtlich. „Wer will, dass die Mitarbeiter nicht nur aufgrund der Bezahlung eine Aufgabe übernehmen, muss ein Umfeld bieten, der die Mitarbeiter auch innerlich motiviert und der sie als Persönlichkeit fordert.“

 

Autor:Klara Moon / Michael Storks

Bild: Pixabay (CCO)

Im Überblick

Kaum eine Branche kann sich der Digitalisierung wirklich entziehen. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen und deren Mitarbeiter auf allen Ebenen sich mit neuen Techniken und digitalen Herausforderungen vertraut machen und sich in einem ständigen Weiterbildungsprozess befinden. Denn nur so können Unternehmen global wettbewerbsfähig bleiben. Lösungen zur Stärkung der digitalen Kompetenz und zum erfolgreichen digitalen Change Management bietet die Allensbacher K.O.M. GmbH an, die mit ihren speziell auf diese Herausforderungen ausgerichteten Beratungstools und wissenschaftlichen Methoden Unternehmen wirklichen Zusatznutzen im Veränderungsprozess bieten kann.