Künstliche Intelligenz: Jobkiller oder Revolution der Arbeitswelt?

p395289 NEUNsight September 2018

Kollege Computer is watching you! Horrorvorstellung oder Zukunftsvision? Dass die Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändern wird, steht außer Frage. Nur wie weit diese Veränderung gehen kann und soll, ist heftig umstritten.

Künstliche Intelligenz (KI) gilt trocken-theoretisch als Sammelbegriff für Maschinen, bei denen menschenähnliche Lern- und Intelligenzleistungen festgestellt werden können. Unter diese Leistungen fallen beispielsweise das maschinelle Lernen und das Verarbeiten natürlicher Sprache.

Zwei Meinungen

Im Hinblick auf den zukünftigen Arbeitsmarkt teilen sich die Meinungen. Die eine Gruppe meint, künstliche Intelligenz fördere die deutsche Wirtschaft, die andere behauptet, die KI verdränge zu viele Menschen von ihren Arbeitsplätzen. Was jedoch tatsächlich der Fall ist, soll nachfolgend ansatzweise erörtert werden.

Schon heute werden viele Aufgaben, beispielsweise Dienstleistungen im Internet, von künstlicher Intelligenz übernommen, was der Grund ist, dass einige Arbeitnehmer um ihren Job bangen. Laut Bill Gates könnte es sogar so weit kommen, dass die Einnahmen durch die Einkommenssteuer, dem Einsatz von KI geschuldet, rapide absinken und im Gegenzug eine Robotersteuer erhoben wird. Aktuelle Studien belegen, dass diese Sorgen nicht ganz unberechtigt sind.

Verlust an Arbeitsplätzen durch KI

Denn aus diesen Studien geht hervor, dass Computer möglicherweise acht Millionen Arbeitnehmern zu 70 Prozent die Arbeit abnehmen könnten, was bis 2025 den Verlust von 1,5 Millionen Arbeitsplätzen bedeuten könnte. Jedoch gibt es, wie oben schon erwähnt, auch die Überlegung, dass vermehrtes Arbeiten mit künstlicher Intelligenz auch der deutschen Wirtschaft zugutekommen könnte. Ein gutes Beispiel dafür ist der neue, dank KI hervorgetretene Berufszweig Data Scientist. Das Hauptaugenmerk liegt in diesem Beruf darauf, Daten zu analysieren und das daraus gewonnene Wissen gewinnbringend zu nutzen.

Neue Berufsfelder

Auf diesem Wissen basierend prüfen Data Scientists Geschäftsmodelle oder entwickeln gegebenenfalls neue Geschäftsmodelle. Sie sind demnach eine Schnittstelle zwischen Technik und der Betriebswirtschaft. Dieses Beispiel ist nur eines von vielen für durch KI neu geschaffene Berufe, das es zusammenhängend mit künstlicher Intelligenz eine ganze Reihe von Aufgabenfeldern gibt. Es müssen Neuronetze trainiert, Anforderungen und Ergebnisse präsentiert und beispielsweise die Qualität der KI-Systeme sichergestellt werden. Da diese Berufsneuschöpfungen sehr viele Fähigkeiten und eine Menge Wissen erfordern, dass zurzeit an Hoch- und Berufsschulen nur sehr selten vermittelt wird, bieten sich auch in dieser Hinsicht sehr viele neue Möglichkeiten.

Freiraum nutzen

Zusammenfassend und unterstützt durch die derzeitige Faktenlage gehen Experten davon aus, dass die künstliche Intelligenz zur jetzigen Zeit und in näherer Zukunft den Menschen am Arbeitsplatz nicht ersetzt, sondern ihm bei seinen Aufgaben assistiert. Dadurch wird mehr Freiraum zum befassen mit qualitativ höherwertigen Tätigkeiten für die „noch“ menschlichen Mitarbeiter geschaffen. Das wahre Potenzial des vermehrten Einsatzes von Technologie liegt in Zukunft jedoch darin, das gemeinsame Agieren von Mensch und Technologie zu verbessern und die Stärken beider Seiten maximal einzubringen.

Autoren: Frank Altmann / Michael Storks

Bild: Pixabay (CCO)

Im Überblick

Wie sich die Künstliche Intelligenz entwickeln wird, darüber streiten Experten derzeit und aktuell heftig. Grundlegend voneinander abweichende Studien und Prognosen gehen zum einen von einem massiven Verlust an Arbeitsplätzen aus, zum anderen sagen Untersuchungen eine Verschiebung von Arbeitsfeldern voraus, die keine nennenswerten Arbeitsplatzverluste erwarten lassen.