Digitalisierung sorgt für neuen Arbeitsalltag

p395289 NEUNsight September 2018

Die Arbeitswelt ist im Wandel. Immer mehr Prozesse werden automatisiert und die Anforderungen an Arbeiter und Angestellte verändern sich stetig. Doch wie sieht der Arbeitsalltag der Zukunft tatsächlich aus? Noch dominieren starre Zeit- und Arbeitsplatzmodelle. Doch wie lange noch?

Die Digitalisierung ist in vollem Gange und insbesondere in der Arbeitswelt in großem Umfang zu spüren. Arbeit, die früher von Menschen verrichtet wurde, wird inzwischen von Maschinen erledigt. Das bedeutet zum einen mehr Effizienz und Flexibilität. Zum anderen jedoch den Abbau von Stellen und ein grundlegendes Umdenken im Arbeitsmarkt.

Struktur der Arbeit verändert

Faktoren wie Arbeitszeit und Arbeitsort, aber auch die Arbeitsstruktur selbst wandeln sich. Angestellte sind nicht mehr darauf angewiesen, in Fabrikhallen zu stehen oder in Büros zu sitzen, denn viele Tätigkeiten können dank des schnellen Informationsaustausches und -zugriffs von Zuhause aus erledigt werden. Die eingesparte Zeit wird wiederum in andere Arbeitsprozesse investiert. Rund 47 Prozent aller IT-Unternehmen erlauben bereits die Arbeit im „homeoffice“. In den anderen Branchen sind es zwischen 10 und 20 Prozent, doch auch hier wandelt sich der Schnitt. Auch die Angestellten selbst haben andere Ansprüche als noch vor einigen Jahren.

Mehr Automatisierung, weniger Arbeitsstunden

Der Anteil an harter körperlicher Arbeit wird in Zukunft weiter abnehmen. Durch den Einsatz von Maschinen und Robotern könnten in Zukunft ganze Branchen wie das Baugewerbe wegfallen oder sich zumindest stark verändern. Für gelernte Arbeiter bleibt dann nur eine Umschulung oder der Wechsel in einen gänzlich anderen Beruf. In den nächsten Jahren erwartet Handwerker bereits andauernde Umschulungen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Die Arbeiter der Zukunft müssen weniger zupacken und mehr technisches Geschick beweisen.

Die vierte industrielle Revolution

Der Wandel hin zu einer digitalisierten Arbeitswelt wird auch als vierte industrielle Revolution bezeichnet. Zukünftig werden sich nicht nur die Arbeitsprozesse verändern, sondern auch die Arbeitsformen und Arbeitsverhältnisse. Anstelle einer festen Tätigkeit, die über das gesamte Berufsleben hinweg ausgeübt wird, wird es in Zukunft noch mehr und umfassendere flexible Arbeitsmodelle geben. Menschen werden im Laufe ihres Lebens verschiedene Berufe ausüben und sich stets weiterentwickeln – sei es durch Schulungen, Seminare oder Weiterbildungen. Hierfür ist auch ein Wandel in der Bildung erforderlich. Durch den Wandel fallen nicht nur Berufe weg, es entstehen auch neue Berufe.

Dynamische Arbeitszeitmodelle

Auch die Arbeitszeiten wandeln sich – weg von der 40-Stunden-Woche und hin zu dynamischen Arbeitszeitmodellen, die Arbeit und Privatleben miteinander verbinden. Darauf müssen sich die Angestellten von Morgen einstellen. Neue Vergütungsmodelle und eine geregelte Work-Life-Balance  zählen zu den wichtigsten Faktoren, die von Unternehmen berücksichtigt werden müssen. Denn nur durch Organisation und Zusammenarbeit gelingt der erfolgreiche Start in den Arbeitsalltag der Zukunft.

Hannelore Brecht / Michael Storks

Bild: Pixabay (CCO)

Im Überblick

Die Digitalisierung und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz verändern nicht nur die Arbeitswelt, sondern bringen auch grundlegende gesellschaftliche Veränderungen mit sich. Maschinen kennen keine Sonn- und Feiertage und müssen – so auch schon heute – ausgelastet werden. Zwangsläufig sind neue Arbeitszeitmodelle nötig, die sich an die veränderte Struktur der Arbeit anpassen.