Beschleunigte Veränderung und gezielter Aufbruch

p395289 NEUNsight November 2018

Veränderungen in Unternehmen durchzusetzen ist manchmal schwierig. Ängste und negative Einstellungen gegen Neuerungen sind an der Tagesordnung. Lesen Sie dazu das Interview mit Chefredakteur Winfried Neun, der präzise erläutert, wie solche Hürden gezielt überwunden werden können.

NEUNsight:

Herr Neun, erläutern Sie bitte kurz den Begriff „Background Personality“- was steckt dahinter und  welche konkreten Auswirkungen für Unternehmen sind damit verbunden?

Winfried Neun:

In Krisenzeiten wird besonders deutlich, ob und wie effektiv einzelne Abteilungen oder ganze Werke innerhalb eines Unternehmens miteinander arbeiten. Vielfach behindert eine sogenannte „Background Personality“ den schnellen Umsetzungserfolg eingeleiteter Maßnahmen. Sie ist verantwortlich für Faktoren wie Stimmungslage, Veränderungsbereitschaft, Mitarbeiterbindung und Motivation. Neueste Forschungsergebnisse haben bewiesen, dass die Umsetzung von Strategien oftmals weder an der Qualität der Strategie scheitert, noch an der Qualität der Kommunikation oder der Fähigkeit der Führungskräfte. Sie scheitert vielmehr an einer versteckten Kultur im Unternehmen, in einzelnen Werken oder in Abteilungen.

NEUNsight:

Wieso steht die Background Personality vor allen bei Veränderungsprozessen im Fokus?

Winfried Neun:

Solange die Background Personality  nicht erkannt ist und entsprechend ihrem Wesen bearbeitet oder „aufgebrochen“ wird, besteht ein Risiko einer Verschleppung bis hin zu einem gänzlichen Scheitern von Change-Projekten oder –Maßnahmen – und dies nahezu vollkommen unabhängig von der Motivation oder dem Engagement von Einzelpersonen oder Gruppen. Neueste und unsere eigenen Forschungsergebnisse haben zudem erwiesen, dass Fehlzeiten und Arbeitsausfälle durch mehr Variablen beeinflusst werden als bisher angenommen. Die Unternehmens- / und Teamkultur spielt dabei eine entscheidende, aber nicht die einzige Rolle.  Einfach gesagt: Je wohler sich Personen im Unternehmen fühlen, desto weniger sind sie krank. Wohlfühlen hängt dabei davon ab, inwieweit meine Persönlichkeit in die Background Personality der Organisationseinheit passt.  Genauer gesagt: Ist der Umgang der Background Personality mit Herausforderungen, Niederlagen, Stress, Erfolgen und Zusatzaufwand passgenau zu meiner Art der Affekt-Steuerung oder eher gegensätzlich fordernd? Letzteres führt zu Belastung, Energieverbrauch und damit final zur Erkrankung. Daher muss das dahinterliegende Konstrukt, die „Background Personality“ erfasst werden. Sie beschreibt die Persönlichkeitsstruktur einer Organisationseinheit oder eines Unternehmens, die sich wie eine individuelle Persönlichkeit verfestigt und damit zu einem Motivations- / Demotivationsfaktor wird.

NEUNsight:

Wie kann eine Background  Personality so aufgebrochen werden, damit Veränderungsprozesse schneller und reibungsloser ablaufen können? Und was passiert, wenn eine Background Personality nicht bearbeitet wird?

Winfried Neun:

Eine nicht bearbeitete Background Personality führt langfristig zu Lähmung, Umsatzrückgang, Innovationsstau und kann sogar zu einem Bankrott des Unternehmens führen. Und Handlungsbedarf besteht. Eine aktuelle Studie geht davon aus, dass rund ein Viertel aller Mitarbeiter innerlich bereits gekündigt hat und sich somit Veränderungsprozessen nicht aufgeschlossen zeigt. Um diesem Effekt entgegen zu wirken, hat die Allensbacher K.O.M. GmbH das Tool  K.O.M.-PAKT (Psychologische Analyse Komplexer Teilsysteme) entwickelt. Es ist eine wissenschaftlich fundierte, einzigartige und geschützte Methode, mit der Stimmungen und Hürden bei Changeprozessen in Organisationen als Einheit messbar und auswertbar gemacht werden.

NEUNsight:

Lässt sich eine  verbesserte Veränderungsbereitschaft in Zahlen ausdrücken?

Winfried Neun:

Dies ist abhängig von der Ausprägung und der Größe des Unternehmens. Sind nur einzelne Abteilungen oder das  gesamte Werk oder Unternehmen durch eine nicht bearbeitete Background Personality betroffen,  nimmt das erfolgreiche Aufbrechen mal mehr und mal weniger Zeit und Intensität in Anspruch. Grundsätzlich gilt aber, dass wenn die Background Personality erfolgreich verändert wird, einerseits wird eine spürbare Gewinnung von Schnelligkeit in Prozessen und Abläufen zu verzeichnen ist, die zu Kosteneinsparung durch reibungslose Abläufe und Motivation bei der Umsetzung führen. Andererseits führen eine gesteigerte Motivation der Mitarbeiter durch Integration sowie der Stopp von nicht gewünschter Fluktuation durch Identifikation mit dem Unternehmen zu einem Aufbau von Employer Brand. Zudem werden Stimmungen und deren aktive Veränderung greifbar und führen nicht zuletzt zu einer gesteigerten Kreativität und Problemlösungskompetenz durch eine Veränderungskultur, die der Erhöhung der Flexibilität und Leistungssteigerung in der Umsetzung dient. Nach unseren eigenen Erfahrungen ist eine um bis zu 30 Prozent verbesserte Umsetzungs- und Leistungssteigerung in den Unternehmen keine Ausnahme.

Interview: Michael Storks

Bild: Pixabay (CCO)

Im Überblick

Die Background Personality beschreibt die Persönlichkeitsstruktur einer Organisationseinheit oder eines Unternehmens, die sich wie eine individuelle Persönlichkeit verfestigt und damit zu einem Motivations- / Demotivationsfaktor wird. Besonders relevant wird die Background Personality in Change Prozessen. Hier lassen sich mit einer aktiven Messung und Steuerung Change Prozesse um bis zu 30 Prozent schneller gestalten. Ebenso kann die Background Personality eingesetzt werden, um Fehlzeiten und Arbeitsausfälle zu reduzieren. So wie das gesundheitsgefährdende Verhalten einer Person, kann auch eine Organisation Verhalten aufweisen, das gesundheitsgefährdend ist und somit zu Fehlzeiten beim Personal führt. Mit einer gezielten Steuerung der Background Personality können Fehlzeiten um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Die K.O.M.-Experten stehen Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite. Vorabinformationen unter info@kom-neun.de anfordern!