Editorial Februar 2019

p395289 NEUNsight Februar 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser…

der Start in das Jahr 2019 ist geprägt von Unsicherheit. Was geschieht in Großbritannien, was in den USA, wie entwickelt sich China? Diese Fragen führen zu einer Haltung in den deutschen Unternehmen, die von vorsichtigem Abwarten geprägt ist. Aus meiner Sicht ein Fehler, denn wer jetzt passiv bleibt, verpasst nicht nur wirtschaftlich den Anschluss. Das alltägliche Jammern über den zu erwartenden wirtschaftlichen Abschwung führt ebenso zu einer unternehmerischen Passivität, die nur auf die vermeintlichen Risiken abzielt, die Chancen aber unbeachtet lässt. Und einmal verpasste Chancen kommen nicht wieder.

Was dagegen sicher wieder kommt sind Umfragen und Studien, die die Verbraucher vor unlösbare Rätsel stellen. Ein Beispiel gefällig: die unsägliche Diskussion über Feinstaub-Grenzwerte, deren Messung und deren vermeintliche oder gesicherte Gesundheitsgefährdung. Diese Diskussion ist ein Paradebeispiel für deutsche Kleinkrämerei. Anstatt sich mit der Ursache zu beschäftigen, werden Rahmenbedingungen solange hin und her diskutiert bis selbst Experten nicht mehr genau durchblicken.

Und die Experten im Bundesfinanzministerium haben angesichts einer marginal niedrigeren Wachstumsprognose gleich mal errechnet, dass im Bundeshaushalt bis 2023 rund 25 Milliarden Euro fehlen werden. Jeder Unternehmer, der seinen Finanzbedarf und seine Investitionskosten so wie das Finanzministerium in Berlin plant, wäre längst abgelöst worden, pleite gegangen oder hätte Insolvenz anmelden müssen. Anstatt seriös zu planen wird in Berlin der Klientelpolitik gefrönt, was zumindest der Autoindustrie, dem Bergbau und weiteren Branchen sicher gefällt.

Herzlichst Ihr

Winfried Neun (Redaktioneller Herausgeber)

 

 

 

 

 

 

 

Bild oben: Pixabay (CCO)