Psychologie des Entscheidens und Veränderns – „Generation Y entscheidet nicht!?“

p395289 NEUNsight Juli 2019

Warum muss die Generation Y gänzlich anders geführt werden und auf welche Besonderheiten ist zu achten? Auf diese Fragen gab Winfried Neun auf dem 22. Badischen Unternehmerforum konkrete Antworten.

Winfried Neun, Gründer und Geschäftsführer der K.O.M. GmbH sowie redaktioneller Herausgeber der NEUNsight, hielt auf Einladung der Vereinigung der Badischen Unternehmerverbände im Rahmen des 22. Badischen Unternehmerforums einen Vortrag zum Thema Psychologie des Entscheidens und Veränderns – „Generation Y entscheidet nicht!?“ und führte die Teilnehmer in die Funktionsweise unseres Gehirns ein und zeigte die Gesetzmäßigkeiten der Entscheidungsfindung und der Umsetzung von Veränderungen auf.

Veränderungen gestalten

Zudem gab Winfried Neun Tipps zum Umgang und Führung der Generation Y und stellte die Frage in den Raum, ob  bei der Generation Y, eine allgemeine Entscheidungs- oder Resilienzschwäche festzustellen sei und wie diese überwunden werden könne. Aus seiner Erfahrung als Verhaltensökonom heraus gab Winfried Neun Hinweise zur Steigerung der Entscheidungsfreudigkeit und verband diese mit konkreten Tipps zur Gestaltung von Veränderungsprozessen.

„Begabung kann nicht ausgeschöpft werden ohne die notwendige Motivation, ohne Selbststeuerung und ohne das Gleichgewicht aller psychischen Kräfte“, dieses Zitat von Prof. Kuhl, der mit der PSI-Theorie die wissenschaftliche Grundlage einer Persönlichkeitsstruktur gelegt hat, führte den Zuhörern klar vor Augen, dass die Selbststeuerung von Individuen und Gruppen die Basis für optimale Entscheidungen zum Ausschöpfen vorhandener Möglichkeiten, gerade im digitalen Zeitalter ist.

„Jeder Mensch hat Denk- und Verhaltensweisen, die für ihn typisch sind und die er bevorzugt. Sie sind Ausdruck seiner Einmaligkeit und Voraussetzung für Autonomie und persönliche Kompetenz“, zitierte Winfried Neun den ehemaligen Leiter des Management-Ausbildungsprogramms bei General Electric, Ned Herrmann, der für seine Forschung im Bereich des kreativen Denkens bekannt wurde.

Generation Y – Besonderheiten

Was letztendlich die junge Generation – also nicht die Baby Boomer auszeichnet, ist nach Winfried Neun ihre Technikaffinität, da diese mit Smartphone & Co aufgewachsen sind („Digital Natives“). Das Internet ist das wichtigste Medium des täglichen Entertainments und führt zu überdurchschnittlicher Informationsbearbeitung und raschen Reaktionsvermögens. Die Folge ist, dass eine mangelnde Reaktionsgeschwindigkeit bei Feedback seitens des Arbeitgebers als Rückständigkeit und Inkompetenz der Führungskraft gedeutet wird, so Winfried Neun.

Neben weiteren Besonderheiten dieser Generation sind es für den Verhaltensökonomen die erhöhten Ansprüche dieser Generation in punkto Führung und Arbeitsumfeld. Denn bisherige Führungsstile und Motivationsanreize greifen nicht mehr – Feedback- und Fehlerkultur müssen daher neu gedacht werden. Damit wird das Stimmungsmanagement wird zum zentralen Erfolgsfaktor in den Teams, um Entscheidungen und Veränderungen schnell umzusetzen. Resilienzorientiertes Handeln sorgt für Work-Life-Balance und stabilisiert Teams dieser Generation Y. Zudem müssen Entscheidungsprozesse immer wieder eingeübt und trainiert werden.

Anforderungen an Unternehmen

Als Fazit hielt Winfried Neun vor den gespannt lauschenden Zuhörern fest, dass die Generation Y und die ihr nachfolgenden Generation Z, gänzlich anders geführt werden müssen als die vorhergehenden Generationen. Wer den Wandel in der Führung nicht auf die Bedürfnisse und Anforderungen der jungen Generationen hinbekommt, wird, so Winfried Neun abschließend, als potentieller Arbeitgeber unattraktiv und damit im Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte auf den hinteren Rängen landen.

Autor: Michael Storks

Bilder (2): Badisches Unternehmerforum

Im Überblick

Neben weiteren Besonderheiten dieser Generation sind die erhöhten Ansprüche dieser Generation in punkto Führung und Arbeitsumfeld. Denn bisherige Führungsstile und Motivationsanreize greifen nicht mehr – Feedback- und Fehlerkultur müssen daher neu gedacht werden. Damit wird das Stimmungsmanagement wird zum zentralen Erfolgsfaktor in den Teams, um Entscheidungen und Veränderungen schnell umzusetzen. Resilienzorientiertes Handeln sorgt für Work-Life-Balance und stabilisiert Teams dieser Generation Y. Zudem müssen Entscheidungsprozesse immer wieder eingeübt und trainiert werden.