Fachkräfte finden: Welche Strategien noch erfolgreich sind!

p395289 NEUNsight Juli 2018

Der Fachkräftemangel in Deutschland nimmt weiter zu. Betroffen sind insbesondere die Pflege- und die Ingenieurs-Branchen. Nur wenige Strategien sind erfolgreich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie gegen den Mangel an Fachkräften vorgehen können und neue Mitarbeiter gewinnen!

Rund 70.000 Stellen für Ingenieure sind in Deutschland offen. Auch in der Pflege wird händeringend nach Fachkräften gesucht. Bundesweit sind aktuell 10 bis 15 Prozent aller Fachkraftstellen unbesetzt, woraus für die suchenden Unternehmen große Probleme resultieren. Stellen müssen an nicht ausreichend Ausgebildete vergeben werden, während die vorhandenen Fachkräfte mit Mehrarbeit und steigendem Druck konfrontiert sind.

Personalquoten streichen

Im letzten Wahlkampf forderten unter anderem die SPD und die Grünen strengere Personalquoten in Branchen wie der Pflege. Der Fachkräftemangel kann auf diese Weise jedoch nicht behoben werden. Sinnvoller sind versorgungsbedarfs- und betriebsgerechte Regelungen, die Ressourcen eröffnen und ein Zusammenspiel aus Fachkräften und Hilfsarbeitern ermöglichen.

Vor allem in der Pflege sind die Arbeitsbedingungen für Fachkräfte oftmals inakzeptabel. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft ist nur eines von vielen Unternehmen, das deshalb konkrete Vorschläge macht, wie dem Fachkräftemangel begegnet werden kann.

Prämien für das Anwerben

Unternehmen in der Pflege, der Elektrotechnik und im Baugewerbe reagieren mit unterschiedlichen Strategien auf den Fachkräftemangel. Größere Unternehmen belohnen Mitarbeiter mit Prämien, wenn neue Kollegen erfolgreich angeworben werden. Andere Betriebe verteilen regelmäßig Newsletter an die Angestellten, um auf das Problem aufmerksam zu machen und gleichzeitig Werbung für das Unternehmen machen, die an potentielle neue Mitarbeiter weitergegeben werden kann.

Strategien wie das Abwerben innerhalb der Branche sind dagegen nicht gern gesehen. Sinnvoller ist die Förderung am Kern – an den Schulen und Universitäten für technische Berufe und Studiengänge. Werbeveranstaltungen und Praktika öffnen das Unternehmen für interessierte Fachkräfte und jene, die es werden wollen.

Gezieltes Personal-Management

Der Fachkräftemangel kann durch gezielte Maßnahmen behoben werden, etwa indem Unternehmen ihre Personalarbeit optimieren und verfügbare Kompetenzen vorausschauend nutzen. Internet,  Personalentwicklung und externe Personalsuche ermöglichen im Zusammenspiel einen kompetenten Betriebsstamm, durch den Ressourcen eröffnet und langfristig ein Wachstum der einzelnen Branchen und Unternehmen ermöglicht wird. In einzelnen Branchen stehen potentielle Fachkräfte zudem vor bürokratischen Hürden.

Anforderungen an Fachkräfte aus dem Ausland regulieren

Um dem Fachkräftemangel speziell  in der Pflege entgegen zu wirken, ist es essenziell, die Anerkennungs- und Zulassungsverfahren für Pflegekräfte aus dem Ausland zu regulieren. Das aktuelle Verfahren gilt als kompliziert und veraltet, wodurch oftmals viele Hürden genommen werden müssen, um als Ausländer eine Stelle als Fachkraft zu erhalten. Zudem unterscheiden sich die Regelungen von Bundesland zu Bundesland bisweilen erheblich. Eine bundeseinheitliche Grundlage ist essenziell, um den Fachkräftemangel langfristig zu reduzieren.

Mittelständler als Verlierer

Im Rennen um die besten Mitarbeiter gehen vor allem mittelständische Unternehmen meist als Verlierer vom Platz. Gute Bewerber drängen in die international und national bekannten Konzerne in den Großstädten und lassen die innovativen „Hidden Champions“ abseits der Metropolen links liegen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aus den Ergebnissen einer Studie der Allensbacher K.O.M. GmbH wird deutlich, dass der Fachkräftemangel von den betroffenen Unternehmen zwar erkannt, aber dass bei weitem noch nicht mit validierten Methoden versucht wird, dem offensichtlichen Missstand entgegenzuwirken.

So zeigen die Studienergebnisse beispielhaft auf, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Unternehmensgröße und dem vorhandenen Fachkräftemangel besteht. Während bei 100 Prozent der befragten Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern der Fachkräftemangel akut ist, sehen nur rund die Hälfte aller Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern dies so. Diese Meinung nimmt bei einer zunehmenden Anzahl der Mitarbeiter bis 1.000 auf rund ein Drittel ab, und steigt bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern wieder auf rund 40 Prozent an.

Verstärktes Marketing

Je kleiner ein Unternehmen ist, desto mehr sollte für die Bekanntheit des Unternehmens getan werden, so ein Ergebnis der Studie. Vor allem kleinere Unternehmen (unter 500 Mitarbeitern) sollten ihren Fokus verstärkt auf externe Employer-Branding Maßnahmen richten (bspw. verstärkte mediale Präsenz, Publikationen, gezieltes Marketing der Sozialleistungen, Kooperationen mit Universitäten, …). Je nach Ausrichtung und Zielgruppe empfiehlt sich zudem ein zielorientierter Gebrauch von Werbung und Publikationen, um Unternehmen regional wie überregional bekannt zu machen und somit gegebenenfalls neue Mitarbeiter zu generieren.

Autoren: Michael Storks / Hannelore Brecht

Bild: Pixabay (CCO)

Im Überblick

Aus den Ergebnissen der oben genannten Studie heraus hat die K.O.M. GmbH einen Maßnahmenplan und eine Strategie erarbeitet, in der die aktuelle Situation des jeweiligen Unternehmens im Bereich der Markenbindung und Markenattraktivität auf dem Arbeitsmarkt objektiv und systematisch dargestellt wird. Diese wird mit Benchmarks verglichen und daraus eine zielgerichtete und einheitliche Gestaltung der Kommunikationskanäle und Rekrutierungsinstrumente entwickelt. So wird eine unverwechselbare, authentische und ansprechende Identität für das Unternehmen aufgebaut. Damit wird ein effizienter Beitrag zur Mitarbeiter-Rekrutierung und -bindung geleistet, der einerseits eine deutliche Senkung der Recruitingkosten zur Folge hat und andererseits zu einer Steigerung der Qualität und Passung der eingehenden Bewerbungen und zur Überwindung von Personalengpässen führt. Weitere Informationen unter: info@kom-neun.de