Im Mekka der Popmusik

p395289 NEUNsight September 2019

Eine junge Deutsche versucht gerade in London als Künstlerin Fuss zu fassen. Die NEUNsight sprach mit Freya Volk über musikalische Chancen und aktuelle politische Risiken.

NEUNsight:
Wie würden Sie die Ausrichtung der Arbeit beschreiben, die Sie derzeit in London machen. Sind Sie eher Produzentin, Sängerin oder Songwriterin?

Freya Volk:
Ich bin zu allererst Sängerin und Songwriterin, produziere meine eigene Musik aber auch und möchte das in den nächsten Jahren auch ausbauen und dazulernen. Ich habe gerade die Aufnahmen für meine erste eigene Platte abgeschlossen, die wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 erscheinen.

NEUNsight:
Was hat Sie bewogen die Ausbildung in England zu machen?

Freya Volk:
Ich war nach dem Abi für ein Auslandsjahr in London und es hat mir hier so gut gefallen, dass ich zurück kommen wollte. Dazu kommt noch, dass es hier mehr Möglichkeiten als in Deutschland gibt, was eine Ausbildung im Bereich Popmusik betrifft.

NEUNsight:
Welche musikalischen Perspektiven bietet die Stadt und was macht zum Beispiel den Unterscheid zu anderen Metropolen aus?

Freya Volk:
Die Briten lieben Musik und in London gibt es jeden Tag eine andere Show zu sehen. Die Konkurrenz ist hier auch entsprechend groß, aber meine Erfahrung ist eher die einer Gemeinschaft in der sich jeder unterstützt, was ein schönes Gefühl ist. Ich finde es toll, dass die Briten/Londoner extrem offen sind, und allgemein Leuten eine Chance geben, die auf dem Papier vielleicht nicht so überzeugt haben. Die Leute interessiert hier eher, was für ein Mensch man ist, als was für einen Abschluss man hat.

NEUNsight:
Aktuelle Frage: Wirkt sich der bevorstehende Brexit auf Ihre Arbeit und ihren Aufenthalt aus?

Freya Volk:
Ich finde den Brexit extrem schade und er wird definitiv eine Auswirkung auf die Musikindustrie hier haben. Visa-freies Reisen ist so wichtig für Musiker, gerade im heutigen Zeitalter, wo das meiste Geld mit Livemusik verdient wird. Als EU-Bürger kann man einen „Settled Status“ beantragen, eine Art Aufenthaltserlaubnis, also wird der Brexit mich hoffentlich nicht so sehr betreffen.

NEUNsight:
Zukunft – wo sehen Sie sich in 10 Jahren? Musikalisch und Geographisch?

Freya Volk:
In 10 Jahren reise ich hoffentlich durch die Welt um Konzerte zu spielen! Auf lange Sicht denke ich schon, dass es mich wieder nach Deutschland ziehen wird – Hamburg gefällt mir sehr gut!

Und nun ein kleiner musikalischer Eindruck der Künstlerin.

Interview: Michael Storks

Bilder: Freya Volk