„Die Rente ist sicher“ – stimmt das noch?

p395289 NEUNsight Januar 2020

„Die Rente ist sicher“, so der geflügelte und wohl bekannteste Ausspruch von Ex-Rentenminister Norbert Blüm. Aber stimmt das noch? Ob Aktien eine lohnende Anlage zur finanziellen Absicherung im Alter sind, hat die NEUNsight unter die Lupe genommen.

Denn kaum ein Tag vergeht an dem nicht deutsche Sozialpolitiker von der Eigenverantwortung des Bürgers sprechen und dazu aufrufen, neben der gesetzlichen Rente auch noch eine private Zusatzabsicherung abzuschließen oder in alternativen Anlageformen den Lebensabend finanziell abzusichern. Allerdings ist die Suche nach Anlage-Alternativen schwierig. Denn wer derzeit auf der Suche nach sicheren Anlageprodukten ist, wird relativ schnell feststellen, dass es für die meisten Finanz-Produkte kaum noch Zinsen gibt. Zinssätze, die sich zwischen 0,0 und 0,5 Prozent bewegen, haben keine Bedeutung mehr – die Inflation „frisst“ die Erträge auf. Es ist daher keine Überraschung, dass immer mehr Menschen Aktien kaufen. Doch eignen sich die Aktien auch dann, wenn man für die Rente vorsorgen möchte?

Sind Aktien gefährlich?

Grundsätzlich gilt: Aktien machen vielen Menschen Angst, sind aber nicht so gefährlich – die Zahlen zeigen, dass ein langjähriges Investment für hohe Erträge sorgt, etwaige Verluste (oder gar Totalverluste) sind kaum möglich. Natürlich handelt es sich um langjährige Investments. Wer mindestens 15 Jahre in Aktien investiert, wird in der Regel keinen Verlust machen, sondern darf sich am Ende über einen doch recht stattlichen Gewinn freuen. Wer seit dem Jahr 2005 in den Dax investiert, hat in den letzten Jahren ein stattliches Plus gemacht – der Dax liegt nun fast wieder auf einem Rekordstand. Das Investment wäre um fast 50 Prozent gewachsen – große Kurseinbrüche (Stichwort Lehman-Brothers) wurden in den letzten Jahren wieder ausgeglichen. Genau das ist auch das Geheimnis eines Aktieninvestments. Kurseinbrüche sind immer möglich, jedoch steigen die Kurse wieder, sodass am Ende kaum ein Verlust dokumentiert werden muss.

Diversifikation ist Trumpf

Die letzten Jahre haben bewiesen, dass Aktien relativ sicher und gleichzeitig renditestark sind. Wer also im Monat 50, 100 oder 200 Euro investiert, darf sich am Ende über eine durchschnittliche Jahresrendite von 5 Prozent freuen. Einerseits sollte das Depot aus sicheren Wertpapieren (größere Unternehmen) bestehen, andererseits darf der Anleger auch in Aktien investieren, die mitunter eine hohe Rendite ermöglichen, jedoch auch etwas riskant sind. Wichtig ist die Diversifikation – also die breite Streuung. Wer in verschiedene Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen investiert, wird sich am Ende über einen stattlichen Gewinn freuen dürfen.

Autorin: Christiane Blum

Bild: Börse Stuttgart

Im Überblick

Die eigene Rente durch Akteinkäufe aufzubessern ist in der derzeitigen Nullzinsphase ein probates Mittel der finanziellen Absicherung. Diese hat allerdings nur Sinn, wenn die Anlage langfristig ist und damit rund 15 bis 20 Jahre vor Eintritt in das Rentenalter beginnen sollte. Eine gesunde Mischung der Anlageprodukte ist ebenso anzuraten wie beispielsweise eine Absicherung in selbstgenutztes oder vermietetes Wohneigentum.